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21.11.2008 : 8:07 : +0100

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Segeln - Weltreise


Weltumsegelung
mit der Sagitta



Weltumsegelung mit der Sagitta, Segeln News, Tagesbericht 24

Datum: Thu, 28 Feb 2008 14:08:13 -0000 (GMT) - 05°43' N 081°58' W

Hallo Sagittafreunde,

Sind gestern gut vorangekommen. Unser Etmal betrug 167 sm.

Um Mitternacht war der Wind dann plötzlich weg. Unerwarteterweise trieb uns ein starker Strom mit 4 kn in die richtige Richtung trotz 0,0 kn Fahrt durchs Wasser.

Seit Sonnenaufgang haben wir wieder etwas Wind aus SE (halber Wind) und segeln bei gutem Wetter und ohne nennenswerten Seegang mit 5 kn über Grund unserem Ziel entgegen. Wir sind zufrieden.

Unser Standort um 08.00 Uhr LT: 05°43' N 081°58' W

Gestern bekamen wir keinen Wetterbericht und hoffen, gleich einen zu bekommen. Sonst müssen wir uns erst mal bei Wetterwelt beschweren. Hier brauchen wir ihn wie sonst nirgends täglich, damit wir nicht ins nächste Flautenloch hineinfahren.

Nun viele Grüße und bis morgen!

Ingo und Jochen

Datum: Fri, 29 Feb 2008 16:56:24 -0000 (GMT) - 04° 18' N - 083° 19' W

Liebe Sagittafreunde,

wir haben immer noch gutes Wetter und Wind mit 4 Bft. von hinten.

Das soll noch bis morgen so bleiben, dann soll sich aber Schwachwind breitmachen.

Die Hälfte bis Galapagos haben wir dann aber schon hinter uns. Unser gestriges Etmal: 102 sm

Unser Standort um 12.00 Uhr LT:

04° 18' N - 083° 19' W 

Uns geht es weiterhin gut. Mal eine schöne Erfahrung, dass man auch ohne großes Geschaukel gut vorankommt, wenn auch keine Rekorde dabei herausspringen, aber das wollen wir ja auch gar nicht.

Übrigens ist es hier leichter, Fisch zu fangen als auf dem Atlantik. Heute war wieder nach nur einer halben Stunde ein Bonito dran.

Das Abendessen ist schon vorbereitet. Nun viele Grüße und bis morgen!

Ingo und Jochen

Datum: Sat, 01 Mar 2008 14:28:16 -0000 (GMT) - 03° 36' N - 084° 14' W

Liebe Sagittafreunde,

das gute Wetter ist uns erhalten geblieben, aber der Wind hat schwer nachgelassen. Wir dümpeln mit 2 kn Fahrt dahin, aber es geht immer noch in die richtige Richtung.

Unser gestriges Etmal war mit 107 sm noch recht anständig, aber das wird heute anders werden. Solange es aber in die richtige Richtung vorwärts geht, werden wir den Motor wohl auslassen, weil man nicht weiß, ob man auf den Galapagos-Inseln Diesel bekommt.

Es heißt, mal ja, mal nein, je nachdem, wie viel vorhanden ist. Die einheimischen Boote gehen natürlich vor. Im Moment sind die 40 Schiffe der "World-ARC", einer Regatta um die Welt, dort.

Die werden uns hoffentlich noch etwas übriglassen. Andererseits haben wir es auch nicht eilig. Die Strecke Panama-Galapagos rechnet man im Schnitt mit 10 Tagen. Da sind wir gut in der Zeit. Mehr als die Hälfte der Strecke haben wir auch schon geschafft. Unser Standort um 09.00 Uhr LT:

03° 36' N - 084° 14' W

Die Stimmung ist immer noch gut. Nun viele Grüße und bis morgen !


Ingo und Jochen

Datum: Sun, 02 Mar 2008 15:00:26 -0000 (GMT) - 02° 45' N - 085° 26' W

Richtung Galapagos....


Liebe Freunde der Sagitta,


Jetzt mussten wir doch den Jockel (Motor) anwerfen. Nach vielen Wolken in der Nacht, die sich aber alle bei Sonnenaufgang auflösten, brennt die Sonne wieder fast senkrecht vom Himmel.

Der Wind ist dafür völlig weg.


Die Vorhersagen versprechen auch für die nächsten Tage keine Besserung, aber der Sprit reicht bis Galapagos dicke, und so kommen wir eben schneller voran.

Unser Standort um 10.00 Uhr LT: 02° 45' N - 085° 26' W

Unser Etmal betrug: 81,3 sm. Uns geht es weiterhin gut.


Viele Grüße und bis morgen!

Ingo und Jochen

 

Datum: Mon, 03 Mar 2008 14:57:40 -0000 (GMT) - 01° 14' N - 087° 16' W

Hallo Sagittafreunde,


jetzt sind wir drin in der Inter-Tropical-Convergence-Zone. So jedenfalls habe ich sie mir vorgestellt. Dicke tief hängende Wolken, aus denen es regnet und von Zeit zu Zeit heftig schauert. Öffnet sich die Wolkendecke kurzzeitig, sieht man in der Ferne Wolkentürme sich kilometerhoch aufbauend. Das alles fast ohne Wind. Nur von Zeit zu Zeit frischt der Wind in Schauernähe kurzzeitig auf.


So fahren wir immer noch unter Motor und sind dabei schneller als die Wolken, die wir immer langsam einholen. Es bringt nichts, wenn wir versuchen, sie zu umfahren, denn auf dem Radarbild ist der ganze Bildschirm voller Schauerbilder, und jede Kursänderung führt unweigerlich in den nächsten Schauer. Aber damit haben wir gerechnet.

Unser Standort um 09.00 Uhr LT: 01° 14' N - 087° 16' W

Unser Etmal betrug: 113 sm.


Heute stellen wir die Uhr noch einmal um 1 Stunde zurück. Dann sind wir 7 Stunden von Eurer Zeit entfernt. Wenn wir weiter motoren müssen, sind wir morgen Nachmittag am Ziel. Dann sind wir gespannt auf die Behördenformalitäten. Seit Jahren ändert sich die Prozedur ständig. Eigentlich will man keine Jachten auf den Inseln haben, vielmehr sollen die Leute einfliegen und die einheimischen Boote und Führer nutzen, deshalb denkt man sich ständig neue Gemeinheiten aus: Leuchtturmsteuer, Hafengebühr, Einreisegebühr, Ausräucherungsgebühr (ich hoffe, dass sie das Schiff nicht wirklich ausräuchern), Befahrenserlaubnis und natürlich den Eintritt in den Nationalpark, den jeder zahlen muss, der sich nicht die ganze Zeit in den Ortschaften aufhalten will.

Der Eintrittspreis beträgt 100 US$ für ein ganzes Jahr. Für 1 Jahr ist das doch wirklich billig, oder? Aber wer will schon 1 Jahr bleiben? Eintrittskarten für 1 Tag oder 1 Woche gibt es aber nicht. Die neueste Schikane soll sein, dass man zum Einklarieren in Ecuador, und dazu gehören die Inseln, einen Agenten braucht, der natürlich wieder kostet.

Früher war das nur für die Berufsschifffahrt üblich. Dass man nur zwei der Inseln anlaufen darf und keinesfalls selbst zwischen den Inseln hin und herfahren kann, ist schon seit Jahren so und vielleicht auch verständlich.


Vielleicht haben sich einige unserer Vorgänger nicht immer so benommen, wie man es in diesem sensiblen Öko-System tun sollte. Jedenfalls kann man die Inseln mit den ganzen zutraulichen Tieren, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, nur mit den einheimischen Booten erreichen. Mal sehen, wie es uns ergeht und was davon stimmt. Man verliert bei diesen scheinbar willkürlichen Maßnahmen schon die Lust, überhaupt hinzufahren. Aber man kommt ja nie mehr hierher und sollte sich wenigstens selbst ein Bild machen.

Wenn es zu heftig wird, kann man ja immer noch ohne Einklarierung weiterfahren.
Viele Grüße und bis morgen!

Ingo und Jochen

Datum: Tue, 04 Mar 2008 17:28:51 -0000 (GMT) - 00° 34' S - 089° 24' W

Kurs Galapagos


jetzt befinden wir uns auf der Südhalbkugel!

Heute Nacht um 02:11 Uhr haben wir den Äquator überschritten. Wir haben ihn leider nicht gesehen, war wohl zu dunkel.

Dafür hatten wir die ganze Nacht etliche Begleiter. Seevögel, die aussahen wie große Möwen, aber mit brauner Farbe, eskortierten uns wie Motorradpolizisten eine Staatskarosse.

Einige flogen voraus, andere blieben auf Höhe des Großsegels, keine drei Meter entfernt. Oft wechselten sie die Position, flogen von der Steuerbordseite, wo sie sich meist aufhielten, vor dem Schiff auf die Backbordseite und wieder zurück.

Wir vermuten, dass die Abwinde im Großsegel ihnen irgendwie beim Fliegen einen Vorteil verschafften. Warum sie aber eine so weite Strecke ununterbrochen zurücklegen wollten, verstehen wir nicht so ganz.

Immerhin können sie sich als Seevögel irgendwo auf dem Wasser ausruhen. Als der Morgen graute, waren sie
plötzlich verschwunden.

Es war anfangs schon unheimlich, sie vor und neben dem Schiff fliegen zu sehen, angestrahlt von dem grünen und dem roten Positionslicht.

Jetzt fahren wir schon parallel zur Galapagos-Insel San Cristobal, an deren Südwest-Ecke die Ankerbucht, die Wreck-Bay mit dem Hauptort der Insel Puerto Baquerizo Moreno.

Wie es uns dort ergangen ist, davon später mehr.

Unser Standort um 09.00 Uhr LT: 00° 34' S - 089° 24' W

Unser Etmal betrug: 164 sm, was aber unter Motor nicht wirklich bemerkenswert ist.

Viele liebe Grüße und bis bald!

Ingo und Jochen