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17.8.2017 : 5:40 : +0200


Wassersport für Menschen mit Behinderung - Urlaub ohne Einschränkungen

Bei den Paralympics in Peking werden Sportler mit körperlicher Behinderung wieder mit Höchstleistungen begeistern. Doch nicht nur bei den olympischen  Spielen für Körperbehinderte im fernen China können Sportler mit Behinderungen aktiv sein.

In den nahen Niederlanden gibt es seit langem diverse Angebote für diese Zielgruppe – insbesondere in Friesland, wo zahlreiche Wassersportarten für Urlauber mit Handicap angeboten werden.

Das Niederländische Büro für Tourismus & Convention hat einige Beispiele zusammengestellt.

 

Im Bugnetz Foto: Gehandicaptensport Nederland

Segeln trotz körperlicher Einschränkungen?

Dies ist auf dem Segelschiff „Lutgerdina“ möglich, auf dem Sportler das IJsselmeer und das Wattenmeer erkunden können.


Die Lutgerdina wurde komplett für den aktiven Segelurlaub für Behinderte umgebaut. Alle Gänge sind breit genug, um sich an Bord problemlos mit dem Rollstuhl bewegen zu können.

Zudem besitzt sie einen Fahrstuhl, der das Ober- mit dem Unterdeck verbindet, sowie ein spezielles Steuerrad, welches auch Menschen mit verminderter Armfunktion das Steuern des Schiffes ermöglicht.

Außerdem befinden sich auf dem Schiff mehrere geräumige Kajüten, die mit höhenverstellbaren Betten ausgestattet sind.

 

 Landgänge an malerischen friesischen Orten

Die Lutgerdina gehört der niederländischen Behinderten-Organisation „Gehandicaptensport Nederland“, die unter dem Motto „Wassersport für Jeden“ Reisen offeriert.

Es gibt spezielle Fahrten für chronisch Kranke, körperbehinderte oder geistig behinderte Menschen. Auf allen Individualreisen helfen Freiwillige bei der Versorgung oder auch beim Hissen der Segel.

Allerdings soll jeder so viel wie möglich selbst aktiv sein. Neben der Lutgerdina gibt es noch den Katamaran „Beatrix“, mit dem man vom malerischen Örtchen Heeg in Friesland aus in See sticht. Auf Tagestouren können die Hobbykapitäne verschiedene Orte wie etwa Workum, Sneek, Hindelopen und Stavoren ansteuern. Mehrtägige Fahrten sind auch möglich.


Die Fock wird gehisst Foto: Hans Lalkens Gehandicaptensport Nederland

Die Lutgerdina gehört der niederländischen Behinderten-Organisation „Gehandicaptensport Nederland“, die unter dem Motto „Wassersport für Jeden“ Reisen offeriert.

Es gibt spezielle Fahrten für chronisch Kranke, körperbehinderte oder geistig behinderte Menschen. Auf allen Individualreisen helfen Freiwillige bei der Versorgung oder auch beim Hissen der Segel. Allerdings soll jeder so viel wie möglich selbst aktiv sein.

Die „Stichting Aangepaste Watersport Friesland“ (SAWF) mit Sitz im friesischen Sneek hat sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, behinderten Menschen die Teilnahme am Wassersport zu ermöglichen. Die Organisation verfügt über die Motorjacht „Access“, die speziell für Sportler mit einer Behinderung entwickelt wurde. Das Fahrgebiet der Access umfasst die Binnengewässer im Norden der Niederlande (Friesland, Drenthe, Groningen, Overijssel – außer dem IJsselmeer).

Mit einem speziellen Rollstuhllift können Menschen mit Behinderungen in jeder Hafenstadt an Land gehen. An Bord befinden sich Routenvorschläge für mehrtägige Fahrten durch die Provinzen  mit touristischen Informationen über (behindertengerechte) Sehenswürdigkeiten.

Und der leise dieselelektrische Antrieb garantiert einen Urlaub voller Ruhe und Genuss.

Die Stiftung präsentiert sich übrigens bei der Deutschen Fachmesse für Menschen mit Behinderungen „Rehacare“, die vom 15. bis 18. Oktober in Düsseldorf stattfindet.

 

Wasserski mit dem Rollator Foto: Gehandicaptensport Nederland

Die „Stichting Vaarvakanties Topaze“ bietet Urlaub auf dem Wattenmeer, IJsselmeer und den Friesischen Seen an. Die Fahrgäste überlegen mit dem erfahrenen Kapitän das Ziel der Reise. Das Schiff Topaze II ist für Gruppen von zehn bis zwölf Personen eingerichtet und es gibt Platz für sechs Rollstuhlfahrer. Die Besatzung kann mit ihrer „Ferienwohnung“ immer wieder woanders anlegen: ein paar Tage liegt man  im Hafen von Terschelling, und später zieht die friesische Landschaft an den Urlaubern  vorbei. Langeweile an Bord ist völlig unbekannt, denn die Zeit vergeht wie der Wind!


Die junge „Stichting Sailabilty Nederland“ will den Segelsport auch für Menschen mit einem körperlichen oder geistigen Handicap zugänglich machen. Dazu versucht die Stiftung, im ganzen Land Segelmöglichkeiten für diese Sportler zu schaffen. Ein ähnliches Ziel verfolgt die Stiftung „SWZG“, die sich schwerpunktmäßig dem Wettkampf-Segeln für Menschen mit Behinderungen widmet – und auch bei den Paralympics vertreten ist. In einer eigenen Abteilung „Breitensport“ bietet die Stiftung aber auch die Möglichkeit für „Schnuppertouren“ in kleinen Segelbooten – vielleicht finden die Segler ja so viel Gefallen an dem Sport, dass sie schon bei den nächsten Paralympics antreten!     

 
Weitere Informationen: www.niederlande.de;  www.frieslanderleben.nl/wassersport, www.varenmethandicap.nl, www.watersportenkaniedereen.nl