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17.10.2017 : 13:31 : +0200

NEU bei Divers Travel Guide - Anfrage ohne Umweg - direkter Kontakt für Reise und Hai - Interaktion bei
Dr. E. Ritter



Reisebericht Sharkschool Bahamas, Interaktion mit Haien

Divers Travel Guide bei Dr. Erich Ritter auf den Bahamas "Walkers Cay / Grand Cay" 07.07 - 21.07.2007

 

Reiseteam Divers Travel Guide


Petra Gross - Inhaberin / Fotografin
Rolf Gross - Webmaster
Jürgen Niemann - Ocean Movies / Videofilmer

 

 

Anreise

 

Abflug Frankfurt mit US Airways nach Philadelphia.Rückstellung der Uhren um 5 Stunden.Die Maschine war proppevoll, und doch war es ein absolut unspektakulärer Flug. Gewohnt freundlicher Service, erstaunlich gutes Essen, ein umfangreiches Entertainment-Programm und leider auch Eltern mit Kleinkindern, die voller Stolz demonstrierten, welche Lautstärke Kinder über einen langen Zeitraum entwickeln, wenn sie ihren Willen nicht durchsetzen können.

 

Wie gesagt, völlig unspektakulär.
Wie üblich bei der Einreise in die USA, professionelle und zügige Abfertigung durch die Behörden, Fingerabdruck der linken und der rechten Hand, einmal freundlich in die Kamera lächeln, den Grund des Aufenthaltes mit Business angegeben und schon waren wir wieder einmal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.In Philadelphia Umstieg in die nächste US-Airways Maschine nach Fort Lauderdale / Florida und die erste Verspätung von 1,5 Sunden - wir sitzen in der total ausgebuchten und nach etwa einer halben Stunde gut aufgeheizten Maschine - ohne zu wissen warum es nicht endlich losgeht. Ein kritischer Blick auf unseren Zeitplan ließ uns bereits ahnen, dass der Umstieg in Lauderdale für den Weiterflug auf die Bahamas recht zügig verlaufen muss.Zum Glück konnten wir unser reichliches Gepäck von Philadelphia bis Freeport/ Bahamas durchbuchen, so dass uns dieser Part zeitlich erspart blieb. Wir kamen 15 Minuten nach regulärer Abflugzeit der Maschine nach Freeport/ Bahamas in Fort Lauderdale an. Doch welch ein Glück, die Maschine hatte Verspätung und so konnten wir etwas entspannen. Leider zog sich die Verspätung des Fluges auch hier so in die Länge, dass wir wiederum 2 Stunden auf den Anschlussflug warten mussten.Mittlerweile verbrachten wir bereits 20 Stunden in unserer Kleidung und hatten nur noch den Wunsch, in Freeport etwas zu essen, unter die Dusche zu kommen und ins Bett zu fallen.Leider erfüllten sich diese Wünsche nicht sofort,den  nach einer super freundlichen Begrüßung der Zollbeamten in Freeport / Bahamas mussten wir feststellen, dass unser gesamtes Reisegepäck nicht angekommen war.

 

 

Erster Tag Bahamas / Freeport

Ausgeschlafen, geduscht und noch immer in unserer Kleidung des Vortages steckend, machten wir uns am nächsten Morgen auf Nahrungssuche in der Nähe des Hotel Royal Islander und wurden mit einer Filiale der unzähligen Fast Food Ketten belohnt.Zurück im Hotel die freudige Nachricht: Unser Gepäck ist da!Irgendwie kamen da Erinnerungen an unsere Madagaskar-Tour hoch, nur dass Madagaskar sozusagen zur dritten Welt gehört ganz im Gegensatz zur angeblich "führenden Nation" der Welt. Jedenfalls verbrachten wir einen wunderschönen Vormittag in Freeport und können bestätigen, dass man auf den Bahamas herzlich willkommen ist. Freundlich, sauber ( warm und nicht immer sonnig ) mit einem Kolonialstiel- Touch stellt sich Freeport seinen Touristen.Flughafen Freeport: Wir werden bereits von Dr. Erich Ritter erwartet,der uns nach Walkers Cay begleitet.
Dr. Erich Ritter als "Der Haiforscher" bekannt, wird in Deutschland noch immer als der "Macher" von Sharkproject e.V. gesehen, von dem er sich aber wegen angblicher unseriöser Praktiken bereits Anfang 2006 getrennt hatte.Von Freeport starten wir mit einer einmotorigen Maschine auf die der Abaco Inselgruppe zugehörigen Insel Walkers Cay.
Hier werden wir von Dr. Erich Ritters Partner, Barry Albury erwartet. Mit einem Motorboot fahren wir in knapp 10 Minuten zu unserem endgültigen Aufenthaltsort, der Sharkschool auf der Insel Grand Cay. An dieser Stelle wollen wir noch einmal erwähnen, dass die Sharkschool NICHT auf Walkers Cay befindet. Walkers Cay ist aber nach wie vor der Start- und Landeplatz für die kleinen Personen- und Transportmaschinen, die Sharkschool und andere umliegende Inseln versorgen. Das Hotel und die Tauchbasis auf Walkers Cay, welche ursprünglich Dr. Erich Ritter als Basis der Forschung und Unterkunft für die Gäste dienten, wurden durch einen Hurrikan im Jahr 2004 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Ruinen sind noch heute als trauriges Beispiel der Zerstörungskraft der Naturgewalten zu sehen.Der nicht erfolgte Wiederaufbau der Hotelanlage und der damit verbundenen Infrastruktur hatte jedochauch schwerwiegende Auswirkungen auf die Bevölkerung. Ein Großteil der auf den umliegenden Inseln wohnenden Menschen lebten vom Einkommen, welches sie durch die Beschäftigung auf Walkers Cay erzielten.Von diesem Aspekt her gesehen war der Neuaufbau der Sharkschool auf der nur wenige Minuten entferntenInsel Grand Cay auch ein wirtschaftliches Plus für die hier lebenden Menschen und ein sozialer Ankerpunkt.

 

Grand Cay

Auf der Insel leben ca. 300 Personen, und die Schäden des letzten
Hurrikans sind noch heute zu sehen. Die Bevölkerung ist super freundlich und man fühlt sich sofort als Gast wohl. Eine der ersten Aktionen im Hause von Dr. Erich Ritter war eine "Einweisung" von Nadja, einer Studentin aus Mainz, die bereits seit drei Wochen Dr. Erich Ritter bei seinen Forschungen unterstützt und sich auf
der kleinen gut Insel auskannte. Wo kann man welche Lebensmittel und Getränke am besten in einem der vielen Shops einkaufen. Leider musste Nadja bereits zwei Tage nach unserer Ankunft wieder nach Deutschland zurückfliegen.

 

Einkauf / Selbstverpflegung

Sie waren vielleicht schon einmal auf den Malediven und wissen, dass sich dort das Preisgefüge vor ALLEM danach richtet, wie alles herbeigeschafft werden kann.
Also, Sie sind nun auf einer Mininsel auf dem nordöstlichsten Zipfel der Abaco-Inselkette/ Bahamas!Da entsprechen die Preise natürlich nicht denen eines Supermarktes "um die Ecke", was bei einer solchen Tour einkalkuliert werden muss (Beispiele: Dose Cola 1$, Kräckers ohne Geschmack 1$, Wurst und Käse abgepackt etwa 200g 3-4$). Selbstverständlich müssen Sie sich nicht immer selber verpflegen.Sie können auch jede Mahlzeit in einem Restaurant einnehmen.Beispiel: Im Restaurant bei Rosie zahlt man für Chicken mit Reis und Salatgarnitur 10$, Lobster (superlecker) 19$, 1Glas Rotwein 5$ ( seltsame Rechnung: die ganze Flasche kostet 40$! )

 

 

 

Auch wenn Dr. Erich Ritter immer viel zu tun hatte

ließ er es sich nicht nehmen, uns am ersten Abend in das Restaurant von Rosie zu begleiten. Es war weitaus mehr als ein gegenseitiges Abtasten und Festlegen der Berichtsstrategie. Das wurde ziemlich schnell zur Nebensache. Da uns primär nicht die bereits 1000 Mal durch die Presse gejagte Story vom mutigen und vom Hai gebissenen Haiforscher Ritter interessiert,sondern die Person, der Mensch Dr. Erich Ritter, entstand sehr schnell eine angenehme persönliche Atmosphäre.

 

 

Es ist Sonntag

Sie kennen den Film Sister Act ? Es gibt noch etwas besseres !

Was Sie auf KEINEN Fall als Besucher auf Grand Cay verpassen sollten,ist der Gang in die Baptisten- Kirche. Jeden Sonntag ab 11h, fein herausgeputzte Insulaner/-innen mit teils wunderschönen Kleidern und geschmackvollen Hüten. Mädchen in bunten Kleidern mit farblichpassenden Haarspangen, Jungen in Stoffhosen mit Hosenträgern und Lackschuhen - oder ganz leger mit übergroßen T-Shirts.Hier können Sie Live erleben, was Gospel wirklich bedeutet. Rhythmisch, voller Hingabe wird in einer mitreißenden Art Gott gelobt.Alt und Jung stehen auf, singen mit, rufen Halleluja oder Hey Men, man klatscht und bewegt sich im Takt. Während der Predigt wurden wir als "neue Mitglieder" der Gemeinde begrüßt. Nach Ende des Gottesdienstes wurde jeder vom "Prediger" per Handschlag und mit den Worten "hey men" verabschiedet.Lassen Sie sich das auf KEINEN Fall entgehen!

 

 

Sonnenaufgang auf den Bahamas.Noch nicht an die Zeitumstellung angepasst, erwachte ich bereits um 05 Uhr Ortszeit.Die Sonne erwachte etwa gegen 07:00 Uhr und taucht die Inselwelt in ein nahezu unrealistisches, wunderschönes Licht.Gegen 08:00 Uhr erwarteten wir die Ankunft weiterer Gäste auf Grand Cay, welche um 07:00 Uhr von Freeport zu uns starten sollten. Nachdem Dr. Erich Ritter "vorsichtshalber" beim Airport anrief um eventuelle Probleme im Vorfeld zu klären, erfuhr er, dass sich keiner der Gäste am Airport eingefunden hatte.

Nach einem weiteren Anruf von Dr. Erich Ritter im Hotel stellte sich heraus, dass die Gäste irgendwie nicht wussten, wie und wann sie in Freeport zum Airport kommen sollten !? Also wurde kurzerhand durch Dr. Erich Ritter der Flug nach Grand Cay neu geordert, und alle Gäste landeten wohlbehalten am Nachmittag.Da wir selber schon den zweiten Tag auf den Bahamas weilten, das türkisblaue Wasser vor uns und die brüllende Sonne über uns, wollten wir jetzt endlich nur noch ins Meer ( einen Pool gibt es auf Grand Cay nicht, auch KEINEN Strand).So fuhren wir mit Dr. Erich Ritter und den neuen Gästen in eine, mit dem Motorboot nur 5 Minuten entfernte Lagune. Dort wachsen die Babys der Zitronenhaie auf. Wir sahen leider keine. Zurück auf Grand Cay erhielten wir im noch nicht vollständig fertig gestellten Schulungsgebäude der Sharkschool die erste Vorlesung DR. Erich Ritters über die grundlegenden Verhaltensregeln in der Hai-Mensch Beziehung.

 

Dritter Tag

Einchecken bei Barry Albury, dem Partner von Dr. Erich Ritter, auf der Tauchbasis. Hinweis: Wer sich nicht mit seiner ganzen Tauchausrüstung abschleppen möchte, kann hier alles mieten.Easy Going und ganz relaxed ist hier morgens gegen 9.30 das Beladen des Bootes angesagt. 10h war Abfahrt. Wir fahren Richtung Walkers Cay. Mitten im Nichts sagte Barry, wir seien da, warf den Anker und wir machten uns in aller Ruhe für den ersten Tauchgang bereit. Hai, Hai, Hai sagte jeder bereits über Wasser.Die Spannung stieg. Endlich im Wasser sahen wir die wunderschönen, neugierigen Tiere. Keine Spur von agressivem Verhalten einem Taucher gegenüber. Eher so, daß uns die Haie in ihrem Gebiet duldeten, neugierig und hochinteressiert beobachteten und als "nicht wirklich interessante Sache" im Wasser ignorierten.Das Team von Divers Travel Guide, Petra, Rolf und Jürgen verspürte keine Furcht, eher eine hochgradige Begeisterung für diese eleganten Lebewesen.Uns erfüllte große Freude beim beobachten und ablichten dieser Tiere und bei Sammeln erster Erfahrungen in der Interaktion mit ihnen.

Wenn wir nun gefragt werden, wie unser Eindruck ist, wie Haie nun sind, könnte ich sie folgendermaßen beschreiben, ohne zu vergessen, dass sie Raubtiere und keine Kuscheltiere mit einem Lächeln im Gesicht sind:Haie sind trotz ihrer teilweise massiven Größe und ihres Gewichts sehr elegante Schwimmer, sehr scheu zugleich, aber auch neugierig und vorsichtig. Haie fühlen sich von den oftmals an ihn "klebenden" Saugfischen und den begleitenden Raubfischen generv - und Haie haben die schlechtesten Bremsen die man sich vorstellen kann. Bewegung der Brustflosse nach unten bedeutet, in diese Richtung werden sie abbiegen- beide Brustflossen nach unten und Kopf hoch = scharfes Bremsen.Haie sind, wenn es ums Fressen geht, wahre "Rüpel". Bei einer Haifütterung nehmen sie den Menschen, "das unbekannte Ding", in ihrem Element wahr und kommen ihm dabei oft sehr nah. Wird man hierbei, wie es unter den Tieren normal ist, beim Vordrängeln nach Futter von einem Hai angerempelt, soll man einfach zurückrempeln.
Das bedeutet aber keinen Schlag auf den Kopf oder die Kiemen, eher ein sachtes seitliches Wegdrücken- das ist es, was die Tiere in ihrem Verhalten untereinander kennen.

In einer absoluten Ausnahmesituation ( Biss) sollte man sich durch einen groben Griff in die Kiemen des Tieres wehren - so verhalten sich die Haie in solchen Situationen auch untereinander.Wenn man sich an einige grundlegende Verhaltensregeln hält, kann man in einzigartigen Tauchgängen diese wunderschönen Tiere, die Superräuber unserer Meere, erleben!
Um es gleich vorweg zu nehmen, bestätigte sich bei unserer vielen Tauchgängen das leider heute noch immer durch die Medien geisternde Bild von blutrünstigen, Menschen angreifenden Bestien, die nur darauf warten, zu beißen!

 

Anzahl Haiunfälle / unter 100 Unfälle pro Jahr

 

Im Vergleich zum Hai beißen Menschen andere Menschen im Jahr um ein Vielfaches häufiger. Nur ist dies in der Presse nicht so medienwirksam wie ein Haiunfall. Die Chance von einem New Yorker in der U-Bahn gebissen zu werden, ist weitaus größer, als unter Wasser von einem Hai bedroht oder gar angegriffen zu werden.Denken Sie nur einmal daran, wie oft ein Hund, eine Katze oder ein anderes Tier einen Menschen verletzt. Aber trotzdem: Haie sind keine Kuscheltiere!

Nach diesem Tauchgang erwartete uns die erste Vorlesung zum Thema ADORE SANE

Was ist das? ADORE-SANE ist ein Interaktionskonzept, das verschiedene Aspekte hinsichtlich Haie und Menschen in Betracht zieht und deren gegenseitige Beeinflussungen berücksichtigt und gewichtet. ADORE bezieht sich ausschließlich auf den / die interagierenden Hai(e), SANE bezieht sich ausschließlich auf die Menschen, wenn diese mit den Haien zusammentreffen und sich gegenseitig beeinflussen.Alle Buchstaben der Wortkombination ADORE-SANE beziehen sich aufeinen bestimmten Teilaspekt der sowohl Erscheinungsbild des Hais, seine Anschwimmrichtung, erster Blickkontakt, wie auch die Umgebung, die Nervosität des Menschen, seine Erfahrung oder auch die momentanen Umständen mit einbezieht. Jeder dieser Faktoren beeinflusst die Situation in einer bestimmten Weise und je nach Situation muss der eine oder andere Faktor mehr gewichtet werden, um die Situation kontrolliert zu halten, oder diese besser zu verstehen.Menschen dringen mehr und mehr ins Meer vor und eine Konfrontation mit Haien wird immer häufiger. Dieses Projekt hat zum Ziel nicht nur das Verhalten der gängigsten Haiarten in Anwesenheit von Menschen zu erklären und zu verbreiten, sondern auch in klarer Weise zu beschreiben, wie die gängigsten Situationen aussehen, worauf zu achten ist, wie diese Situationen zu interpretieren sind und wie in welcher Situation zu reagieren ist.

 

 
Ein Hinweis an alle, die vorhaben, die Sharkschool zu besuchen:


Das Wasser auf den Bahamas hat zwar durchgängig 28 Grad C und verlockt dazu, einen "Shorty" zu tragen, was man jedoch tunlichst unterlassen sollten. Weißes Fleisch kann unter Wasser nämlich mit Futter verwechselt werden, und da der durchschnittliche Mitteleuropäer es nicht mit der Hautfarbe eines Afroamerikaners aufnehmen kann, sollte der Körper schon mit einem langen dunklem Anzug bekleidet sein.3mm Nass-Anzüge sind völlig ausreichend. Bitte denken Sie auch an Handschuhe. Hier sind sogenannte Korallenhandschuhe völlig ausreichend. Handschuhe kann man aber auch günstig im Tauchshop erwerben.

INT Adapter, Fotoausrüstung und ausreichend Sonnenschutz-Creme nicht vergessen !

 

 

Am dritten Tag konnten wir das Verhalten der Haie beim Fressen von einem Meatball ( ein riesiger Klumpen gefrorener Fische ) beobachten. Wir konnten uns den Tieren, da diese absolut auf das Fressen konzentriert waren, bis auf kurze Distanz nähern und wunderbare Aufnahmen schießen.Haie sind Rüpel, wenn es um das Fressen geht - O Ton Dr. Ritter.
Der Hinweis von Dr. Erich Ritter, wenn uns ein Hai anrempelt, einfach zurückzurempeln, haben wir aber selbst in dieser Situation nicht anwenden müssen.Petra wagte sich unmittelbar unter die Haie aber Barry zog sie der Sicherheit halber etwas zurück.Wir können bestätigen, bis auf einen versehentlichen, schmerzhaften Rempler, den ich selber erhielt, wurden wir nicht angegriffen. Ursache des Remplers: Mein Blitzgerät befand sich in Höhe meines Oberschenkels und und wurde vom Hai wegen der bereits beschriebenen hellen Farbe für Futter gehalten. Glücklicher Weise erkannte es seinen Irrtum. Aber wie gesagt, haben Hai wirklich schlechte Bremsen. Vermeiden sollte man, sich in den unmittelbaren Kampf um den langsam auftauenden Fischball zu einzumischen. Da sollte man den Haien, nur wegen eines Fotos nicht zu nahe kommen.Ruckartige Bewegungen und Herumzappeln sollte man vermeiden, auch nicht wild und unkontrolliert mit den Flossen arbeiten. Durch ruhiges Agieren nimmt der Hai einen Taucher als Hindernis wahr, dem es auszuweichen gilt.Blitzlichtgewitter erträgt der "Hai von Welt" völlig gelassen, sogar Berührungen lässt er unter Umständen und wenn er es möchte, zu.Am Nachmittag gab es eine weitere Vorlesung, die uns das Verständnis darüber, wie ein Hai "tickt" noch näher brachte.

 

Heute soll es etwas Besonderes geben. Wir werden auf das Meer hinausfahren und uns im Blauwasser des Meeres treiben lassen und auf die Begegnung mit den großen Haien hoffen. An der Stelle, wo eine hohe Wahrscheinlichkeit der Begegnung mit den großen Haien zu erwarten war, wurde der Käfig mit Köderfisch ans Boot gehängt, und nun hieß es warten.Leider warteten wir vergeblich auf Haie. An diesem Tag ließ sich im offenen Meer kein Hai sehen und so fuhren wir wieder zurück um in flacherem Gewässer einen Tauchgang durchzuführen.Genau dieser Tauchgang war ein voller Erfolg. Wir hatten zwar "nur" 4 Haie, aber diese zeigten sich in aller Pracht. Alle bisher von Dr. Ritter erhaltenen Informationen über das Verhalten von Haien bestätigten sich. Störte man die Haie in ihren Schwimmmustern, wichen sie aus und zeigten Stresssymptome, ließ man sie in Ruhe, zeigten sie fast ausschließlich Interesse am Käfig mit dem Köderfisch, wir waren für sie uninteressant.Wenn sie Lust hatten, schauten sie sich mal einen von uns Tauchern an, aber nur um festzustellen, was denn da für ein Ding so unbeholfen im Wasser herumplanscht.

 

Auch Haie können genervt sein !

Schade, dass einer der Gäste, welcher schorchelte und um jeden Preis zu guten Fotos kommen wollte, für viel Unruhe im Wasser sorgte. Er tauchte immer wieder direkt auf die Haie zu und zappelte vor ihnen herum, was das Zeug hielt!An Deck erzählte er, dass es die Tiere waren die ihn besonders mochten und immer auf ihn zuschwammen. Wir als Taucher hatten dies aber sehr genau beobachtet und bemerkt, dass eines der Tiere sogar so nervös wurde, dass es sich blitzartig umdrehte, direkt vor seinen Flossen aufzutauchte um sich dieses "zappelnde Etwas" mal genauer anzusehen. Es gibt leider auch bei solchen Kursen immer wieder Menschen, die alles Gelernte in den Wind schlagen und meinen, für ein Foto sich und andere gefährden zu müssen. Zurück an Land hielt uns Dr. Erich Ritter unsere tägliche Vorlesung. Diesmal ging es wieder um das Thema ADORE - SANE ( siehe oben ) und um Verhaltensregeln, was man bei der Begegnung mit Haien tun und lassen sollte. Vieles, was wir im Meer gesehen haben, wurde wiederum bestätigt und wir können immer wieder nur bestätgen, Haie sind KEINE aggressiven, blutrünstigen Monster, die es darauf abgesehen haben, Menschen zu jagen oder gar zu fressen.

 
Fünfter Tag.

Für die anderen Kursteilnehmer ist es heute der letzte Tag. Wir haben einen entspannten Tauchgang, in dem es nur darum geht, uns unter Wasser wohl zu fühlen und diese wunderbaren Tiere zu bewundern. Leider haben zwei der Kursteilnehmerinnen noch immer mit Ängsten zu kämpfen und fühlen sich in der direkten Nähe zu den Haien nicht wirklich wohl. Aber ber auch sie werden nach ihrer Abfahrt die Haie mit anderen Augen sehen als bei ihrer Ankunft.

 

Starke Emotionen nach der Vorlesung zum Thema "Finning"
Nach der Rückkehr gab es die letzten Vorlesungen zu den Themen Hai-Unfälle und Finning.
Gerade das Thema Finning löste unter den Workshopteilnehmern heftige Emotionen aus und Diskussionen aus, so dass sogar eine letztendlich unsachliche Diskussion über den Sinn und Zweck eines Aufrufs aller Taucher zur Blockade von Reiseländern geführt wurde, welche Finning weiterhin nicht unterbinden. Einige verlangten sogar von uns als Onlinemagazin, alle Touristen dazu auzurufen, dass Taucher nicht in Reiseländer fahren, in denen das Finning an der Tagesordnung ist.Divers-Travel-Guide vertritt hier die Position, dass es es zweckmäßiger ist, die Reisenden erst einmal aufzuklären und zu informieren. Und dann muss immer noch die einzelne Person, ein Taucher, ein Reisender frei entscheiden können, welche Konsequenzen er daraus zieht.

Sechster Tag, Interview und Filmaufnahmen

Für den Nachmittag hat Divers-Travel-Guide zusammen mit Dr.Ritter den Termin für ein ausführliches Interview und Filmaufnahmen festgelegt. Das komplette Interview und viele interessante Über- und Unterwasseraufnahmen unseres 2 Wochen-Aufenthaltes bei Dr. Erich Ritter auf Grand Cay wird zum Jahresende 2007 als DVD erscheinen!

Siebenter Tag

Neue Gäste werden auf Walker Cay abgeholt.Eigentlich wollten wir noch einige Aufnahmen von Walkers Cay auf den Chip bannen, aber man deutet an, das Filmaufnahmen auf dem Flugplatz nicht erwünscht seien. So dokumentierten wir wenigstens die Begrüßung der Gäste und brachten sie gemeinsam mit Dr. Ritter zur Unterkunft nach Grand Cay. Britta und Jens aus Saarbrücken haben schon viele Länder der Welt besucht und freuen sich nun auf den Workshop mit Dr. Erich Ritter und natürlich auf die Begegnung mit Haien.Sonntag 11:00 Uhr. Dr. Ritter ist ein religiöser Mensch. Sein Besuch der Baptisten-Kirche, in die er uns mitnahm, ist für ihn Ruhepunkt, seine in Pensancola lebende Familie fehlt ihm.

 

Dr. Ritter/ Sharkschool steht in KEINEM Zusammenhang mit dem Sharkproject e.V.
Um 13:00 Uhr beginnt die Eröffnungsvorlesung für die neuen Gäste. Mit Erstaunen vernehmen wir, dass auch die neuen Gäste glauben, dass die Sharkschool Dr. Ritters zu "Sharkproject e.V. " gehört und das Dr. Ritter mit dem Sharkproject zusammenarbeitet.
Dr. Ritter macchte in der Vorlesung sehr deutlich, dass er seit Anfang 2006 nichts mehr mit "Sharkproject e,V." zu tun hat, dass die Sharkschool völlig unabhängig sei.Nach der Vorlesung ging es für die neuen Gäste zur ersten Schnorcheltour zu den Haien. Beinahe wäre dieser erste Ausflug ins Wasser gefallen:Neumond, keine Strömung und extrem scheue Tiere stellten unsere Geduld auf die Probe. Eine ungeschickte Bewegung und die Haie verschwanden. So viel zum Thema aggressive Haie.Zum Glück ließen sich dann doch noch einige Haie sehen, um uns mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Die neuen Gäste kehrten mit glänzenden Augen auf das Boot zurück.

 

 

Achter Tag

Ich habe Pech, die leichten Ohrenschmerzen, die ich bereits in Deutschland verspürte, haben sich in der letzten Nacht zu einer mittelprächtigen Entzündung entwickelt. Damit ist für mich das Tauchen erledigt. Glücklicherweise trifft das für Petra und Jürgen nicht zu. Ich beneide sie fast um jeden Tauchgang, den sie mit den Haien noch durchführen werden. Die letzten zwei Tage vergehen wie im Flug und schon geht es wieder zurück nach Deutschland.

 

Fazit
Wir haben viel über Haie gelernt und noch mehr über die Hai-Mensch Beziehung in Erfahrung gebracht, wir sind mit diesen wunderbaren "Superräubern" getaucht und verlassen die Bahamas mit diesem großartigen Wissen.Leider gibt es in unserer hochtechnisierten Welt, oft durch die Sensationspresse geschürt, viele Missverständnisse und großen Irrglauben in Bezug auf Haie.

Unsere Botschaft
Besucht die Sharkschool von Dr. Erich Ritter, lernt, wie die Haie wirklich sind, und tragt diese Erkenntnisse zu allen , die noch immer beim Ruf "Hai, Hai" voller Panik das Weite suchen.


Euer Team von Divers Travel Guide
© Rolf Gross