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17.10.2017 : 13:25 : +0200


Reisebericht Philippineninsel Dimakya - nördlich von Palawan gelegen

Bericht von Timo Weber

Im Februar 2007 machten wir uns auf den weiten Weg zur Philippineninsel Dimakya, nördlich von Palawan gelegen und besser bekannt unter dem Namen "Club Paradise - Busuanga".

 

Das dortige Dugong-Dive-Center unter der Leitung von Dirk Fahrenbach versprach optimales Tauchvergnügen am Hausriff mit standorttreuen Schildkröten und Dungong-Sichtungen im umliegenden Naturschutz-gebiet.
Doch dazu später mehr...
Zunächst einmal bedarf der Besuch eines derart entlegenen Reiseziels naturgemäß einer längeren Anreise. Länger bedeutet in diesem Fall: Gute 30 Stunden!

Zugfahrt nach Frankfurt, dann diverse Flüge (Frankfurt - Hong Kong - Manila - Busuanga), eine kurze Autofahrt und schließlich der Endspurt zur Insel mit einem für die Philippinen typischen Ausleger-Banca. Zur Anreise ist eigentlich nur zu sagen, dass die Organisation durch Kirschner Tauchreisen perfekt funktioniert hat: Am internationalen Airport in Manila werden wir bereits von einem ihrer langjährigen Mitarbeiter erwartet und im klimatisierten PKW zum National Airport gefahren. Von dort geht es mit einer Propellermaschine von SeAir auf einem ca. 1-stündigen Flug weiter zum Busuanga-Airport, einem Rollfeld mit angeschlossenen Empfangsraum und Toiletten. Dort warten bereits die gut gelaunten Mitarbeiter des Club Paradise mit kunterbunt bemalten und etwas abenteuerlich anmutenden Bussen für den weiteren Transfer zum Bootsanleger.

Schaut man sich die Busse näher an, sollte man sich nicht darüber wundern, wenn das Armaturenbrett nicht vorhanden ist, oder das Lenkrad einfach verkehrt herum montiert wurde. Auf den Philippinen hat eben alles seinen eigenen Charme. Über holprige, straßenähnliche Pisten geht es dann zum Boot. Kurz das Gepäck verladen und weiter geht die Reise. Durch einen zu beiden Ufern dicht mit Mangroven bewachsenen Flussarm geht es in Richtung Dimakya. Und schon jetzt weiß man, dass sich der Aufwand der langen Reise gelohnt hat: Die Umgebung von Palawan ist unglaublich schön. Mangroven und dicht bewachsene Hügellandschaften, wie man sie an diesem Punkt der Erde eigentlich kaum erwarten würde.

Nachdem wir von Dirk (Leiter des Dugong-Divecenters) noch zu einem ersten Bier an der Dugong-Bar eingeladen wurden, ist dieser Tag relativ schnell zu Ende. 30 Stunden Anreise haben doch Spuren hinterlassen.Am nächsten Morgen geht es nach ausgiebigem Frühstück auf der wunderschönen Meerblick-Terrasse des Restaurants zum ersten Tauchgang. Zum Tauchen auf Dimakya ist grundsätzlich folgendes festzuhalten:Die Insel verfügt über ein schönes Hausriff, welches direkt vom Strand aus betaucht werden kann. Dort gibt es vieles zu entdecken, was Taucher- und Fotografenherzen höher schlagen lässt: Anemonenfische, Büffelkopfpapageienfische, Sepien in allen Größen, Mandarinfische, verschiedene Krabben und Garnelen, Nacktschnecken, Geisterpfeifenfische, Schildkröten, Weißspitzenriffhaie und und und…
Die vor dem Hausriff liegende Seegraswiese, die normalerweise Heimat mehrerer standorttreuer Schildkröten ist und ab und an auch mal ein Dugong bis ans Hausriff lockt, wurde leider wenige Wochen vor unserem Aufenthalt durch einen Taifun dahingerafft und war insofern nicht vorhanden. Inzwischen soll sie sich aber wieder regeneriert haben und einige der Schildkröten sind wieder zurückgekehrt. Auch Dugongs haben sich inzwischen wohl wieder blicken lassen.

Neben dem Hausriff locken rund um Dimakya aber auch zahlreiche schöne Tauchplätze, die mit dem Boot angefahren werden und viel Abwechslung bieten. Beim "Dugong Watching" benötigt man übrigens (wie nahezu überall auf der Welt) etwas Glück: Eine Garantie, diesen netten Tieren tatsächlich zu begegnen, gibt es auch hier nicht. Die Chancen stehen aber zumindest nicht schlecht, denn diese Tiere sind hier geschützt. Dies ist unter anderem auf das in der Vergangenheit vom WWF und Dirk durchgeführte 'Dimakya Dugong Conservation Project' zurückzuführen.Ein weiterer taucherischer Höhepunkt ist wohl die Tagesfahrt zum Apo-Reef (nicht zu verwechseln mit Apo-Islands) mit spektakulären Drop-Offs, Korallenformationen und guten Chancen auf Großfisch. Aus Zeitgründen haben wir diese Tour allerdings nicht gemacht.

Der Tagesausflug zum Barracuda Lake ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen See auf Coron Island, der in den oberen Schichten aus Süßwasser besteht und in größerer Tiefe aus Salzwasser. Darüber hinaus steigt die Wassertemperatur mit zunehmender Tiefe wegen thermaler Quellen am Grund des Sees bis auf ca. 37 Grad an. Einige interessante Tiere sind hier zu beobachten, die sich diesen außergewöhnlichen Bedingungen angepasst haben. Auf dem Rückweg bekommt man noch die Gelegenheit, eines der vielen japanischen Schiffswracks von Coron Island zu betauchen, einem der größten Schiffsfriedhöfe nach Truk Lagoon.Die Bootsausfahrten werden übrigens (je nach Entfernung der Tauchplätze) grundsätzlich extra berechnet und sind in den Tauchpaketen noch nicht enthalten. Dies liegt möglicherweise daran, dass Dirk lange auf den Malediven gearbeitet hat, wo dieses Vorgehen zur Berechnung des verbrauchten Treibstoffes üblich ist. Schließlich muss dieser ja, ähnlich wie auf den Malediven, erstmal auf die Insel geschafft werden.Zur Begleitung der Tauchgänge: Am Hausriff haben wir fast durchgehend einen einheimischen Guide (großen Dank an Jun Jun) für uns alleine (mit 2 Personen), so dass wir alle Tauchgänge und Tauchzeiten absolut individuell abstimmen können, egal ob Early Morning Dive mit Baby-Hai und Schildkröte oder Dämmerungstauchgang mit Mandarinfisch-Paarung. Auf Wunsch geht´s natürlich auch ohne Guide. Aber: Durch das geschulte Auge des Guides kann man absolut sicher sein, auch das kleinste Seepferdchen garantiert zu Gesicht zu bekommen. Bei den Bootstauchgängen beträgt die maximale Gruppengröße während unseres Aufenthaltes 4-6 Taucher.Zur Anlage selber kann man eigentlich nur sagen: Hier kann man sich rundum wohlfühlen! Egal, ob man in den sauberen, zweckmäßig eingerichteten Zimmern wohnt oder in einem der komfortableren (und deutlich teureren) Strandbungalows.

Die Insel selbst ist sehr liebevoll gestaltet: Einmal naturbelassen und dicht bewachsen, dann wieder viele Blumen und überall verbergen sich landestypische Accessoires. Abends kann es passieren, dass einen auf dem Weg zum Zimmer ein seltenes "Mousedeer" (das kleinste Reh der Welt) mit leuchtenden Augen anschaut oder ein großer Waran den Weg kreuzt. Ebenfalls beeindruckend ist die große Gruppe von standorttreuen Flughunden, die sich in den Baumwipfeln weit oberhalb des Swimmingpools bzw. der Tauchbasis sichtlich wohlfühlt und bei Einbruch der Dunkelheit regelmäßig den Weg zum Festland antritt. Erst tief in der Nacht kommen sie wieder zurück, nachdem sie auf den dortigen Obst-Plantagen ihren Hunger gestillt haben. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung handelt es sich bei diesen possierlichen Tierchen nämlich nicht um Blutsauger, sondern um reine Vegetarier. Irgendwie sympathisch, oder? Sympathisch ist übrigens auch das gesamte Personal! Stets wird man nett gegrüßt, die Zimmer sind immer in Ordnung und im Restaurant wird man sehr zuvorkommend bedient. Darüber hinaus ist das Team des Club Paradise immer um eine nette Abwechslung bemüht: Regelmäßig wird das komplette Abendessen samt Buffet an den Strand verlegt. Wenn die Insel, bedingt durch den An- und Abreiserhythmus, gerade einmal relativ leer ist, wird auch schon mal das gesamte Abendessen auf den Sandstrand der unbewohnten Nachbarinsel verlegt. Immer wieder gibt es übrigens auch eine dezente musikalische Untermalung des Abendessens: Mit Gesang, Gitarre und Kontrabass. Man merkt einfach überall, dass das gesamte Team mit viel Liebe und Engagement bei der Sache ist.

Die von uns gesammelten Eindrücke rechtfertigen unserer Meinung nach auch die Tatsache, dass der Club Paradise für die Philippinen relativ teuer ist. Dies betrifft sowohl das Hotel selbst, als auch das Tauchen (wenn man die Kosten der Bootsausfahrten mit berücksichtigt). Dafür wird aber auch viel geboten! Dirk und sein Team sorgen darüber hinaus auch dafür, dass am Ende das günstigste Paket abgerechnet wird. Und nicht zuletzt hat er auch jederzeit ein offenes Ohr, so dass man eventuell auftauchende Probleme besprechen und gemeinsam lösen kann. Die Vorausbuchung von Tauchpaketen lohnt sich aus unserer Sicht übrigens nicht. Die Flexibilität vor Ort ist einfach größer und die Preise sind identisch.Nach zehn viel zu kurzen Tagen stehen wir dann bereits wieder mit unserem Gepäck am Strand und lauschen ein letztes Mal dem "Club-Paradise-Song". Hinter uns liegt ein wirklich schöner Urlaub zum Relaxen und mit tollen Tauchgängen. Vor uns 30 Stunden Heimreise ins nass-kalte Deutschland. Irgendwie fiel uns die Anreise leichter…

Unser Fazit: Auch wenn es auf der Welt sicherlich noch unendlich viel zu entdecken gibt, auf Dimakya waren wir ganz bestimmt nicht zum letzten Mal. Und als es in Deutschland nach einem verregneten Sommer 2007 wieder kälter wurde, wollten wir schon wieder hin. Dieses Mal hat es aber leider nicht geklappt: "Ausgebucht!"