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24.6.2017 : 9:12 : +0200


Pressetour Madagaskar Rundreise 11.Nov.- 28.Nov. 2006

 

Antananarivo- Tulear- Ifaty- Tulear- Ranohira- Fianarantsoa- Ranomafana- Antsirabe-Antananarivo- Tauchen und Tauchreisen Insel NosyBe

Ein Reiseberich von Petra Gross " Divers Travel Guide"

 

Le Voyageur AGENCE DE VOYAGES TOUR OPERATOR

 

Check-In Alitalia

Ablug mit Alitalia ab Frankfurt um 12:05h
Die Damen am Check-In Schalter am Airport Frankfurt waren sehr freundlich. Was uns aber keinen problemlosen Start der Reise bescherte war die Tatsache, dass man bei Umbuchung unseres Rückreisetermines vergessen hatte, unser Tauchreisegepäck im System zu erfassen und wir somit gleich zu Beginn unserer Reise zur Kasse gebeten wurden. Man berechnete uns eine Pauschale von 30€ für das Sportgepäck, allerdings nur in Deutschland/Frankfurt.I

 

 

In Mailand/Malpensa wurden auf dem Rückflug keinerlei Zuschläge berechnet. Der Flug selbst verlief ruhig, mit einem kleinen Snack und Getränken wurde man an Bord freundlich bedient.

Ankunft Mailand/ Malpensa 13:25h

Da uns noch genügend Zeit bis zum Check-In nach Madagaskar blieb, bot sich ein kurzer Trip nach Milano an. Für 5€ pro Gepäckstück kann man in Malpensa gegen Vorlage seines Reisepasses das Gepäck aufbewahren lassen, was bei unserer Gepäckmenge von Vorteil war. Die Busse nach Milano stehen direkt am Ausgang des Airport. In 50 Min.erreicht man den Bahnhof von Mailand. Unterwegs gibt es allerdings kaum etwas interessantes zu sehen und rund um den Bahnhof von Mailand findet man nur furchtbar nach Fäkalien stinkende, dreckige Straßen.Wer also den Mailänder Dom und die City sehen möchte muss hier noch mal in die Metro umsteigen um in die City zu fahren. Ansonsten empfehlen wir auf dem Flughafen Malpensa, der recht wenig Annehmlichkeiten bietet, einfach die Wartezeit zu überbrücken.

11.11. Abflug mit Air Madagascar 20:05h
Die Air Madagascar bietet angenehme ausreichende Sitzgelegenheit, freundliches Personal, Snacks, Nussmischung, Erfrischungstücher, Bonbons, eine Menükarte ( 2 Hauptgerichte zur Auswahl), Getränkeservice inklusive kostenfreier alkoholischer Getränke wie Bier, Wein und Sekt, Unterhaltungsprogramm mit Musik und Videofilmen. Kopfhörer sind kostenfrei. Allerdings sind die Filme nur in spanischer und französischer Sprache zu hören (es wird kein deutsches oder englisches Programm geboten).


12.11. Zwischenlandung auf der Insel NosyBe um 5:00h ( Regionale Ortszeit dort 7:00h)
Man kann im Flugzeug sitzen bleiben. Unser Tipp: Wir empfehlen im Flugzeug zu bleiben, weil es wesentlich ruhiger ist als außerhalb im Gebäude des Transitbereiches. Im Transitgebäude muss man etwa 1 Stunde lang den Lärm der nur 50-100m auf dem Rollfeld mit laufendem Motor stehenden Maschine ertragen.Man kann nicht aus diesem Aufenthaltsraum heraus, es gibt keine Möglichkeit um Getränke oder Lebensmittel zu kaufen, nur Toiletten sind dort vorhanden.

12.11. Abflug von NosyBe 8.00h - Ankunft in Antananarivo 10:15h
Bereits im Flugzeug wurden die Einreiseformulare verteilt und auf die Einreisekosten von 13,00 Euro pro Person hingewiesen. Die Einreise verlief völlig problemlos, zumal die Angestellten des Zoll wesentlich mehr mit dem zählen des Geldes der Einreisegebühr, als am Inhalt der ausgefüllten Formulare interessiert schienen.
Am Flughafen wurden wir vom Organisator unserer Reise, Herrn Michael Horn, Touroperator und Inhaber des Unternehmens Le Voyageur erwartet.Wir erhielten von ihm noch etliche gute Verhaltenshinweise und Tipps zur Trinkgeldhöhe, Wasser, Essen usw.


Wie in jedem Fernreiseland gilt als Vorsorge: koche es, schäle es oder lass es !

 

Die Geldwährung beträgt Ariary und man erhält problemlos nach Vorlage des Reisepass Bargeld umgetauscht. Umtauschkurs ( 11/2006 ) : 1 Euro = 2600 Ariari
Der Veranstalter empfahl uns eine Mobilkarte des Anbieters "Orange" zu kaufen, diese erhält man in Verbindung mit Abschluss eines Mobilvertrages, wozu man nur eine Landesadresse (z.B. Hoteladresse) in Madagaskar angeben muss. Die Kosten für den Vertrag betragen 10.000 Ariary inkl. Eines Guthabens von 5.000 Ariary. Vorsichtshalber investierten wir weitere 10.000 Ariary zum Aufladen der Karte, was uns zusammen 20.000 Ariary (ca. 8 Euro ) kostete. Telefonieren im Land und SMS nach Deutschland ist absolut günstig. Allerdings hat man im Landesinneren vielerorts keinerlei Verbindungen ans Netz, in größeren Städten und auf der Insel Nosy Be funktioniert das Telefonieren, wenn auch oftmals die Netze völlig überlastet waren.

Tierpark "Croc- Farm"

Bis zum Weiterflug kann man die Zeit nutzen um sich per Taxi etwas in der Stadt umzusehen, oder den nahe gelegenen Tierpark "Croc- Farm" zu besichtigen.
Wir entschieden uns für die nahe gelegene Croc- Farm. Wir verhandeln 20.000 Ariary für die Taxifahrt hin und zurück ( es sind etwa 10 Min. über eine sandige unbefestigte Straße zu fahren) dabei wartet der Fahrer, bis man wieder aus dem Tierpark kommt. Taxipreise immer vor dem Einsteigen verhandeln und festmachen und immer erst nach der Rücktour bezahlen- sonst ist möglicherweise das Taxi mitsamt Fahrer weg. Tipp: Taxifahrer erhalten üblicherweise kein zusätzliches Trinkgeld.

12.11. Abflug Antananarivo 15:35h - Ankunft Tulear- 17:15h

Nach einem für europäische Verhältnisse chaotischen Check-In, begann unsere Tour mit dem Inlandsflug nach Tulear. Mit einer kleinen Propellermaschine der Air Madagascar fliegen wir etwa 1000 Km Richtung Süden nach Tulear. Die Provinzhauptstadt Tulear liegt an der Südwestküste und ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den kaum besiedelten Süden und die Badestrände nördlich und südlich von Tulear.In der Maschine befanden sich auch einige Personen, die als Propagandisten der in Kürze anstehenden Präsidentschaftswahlen fungierten. In Tulear angekommen, wartete scheinbar die ganze Stadt auf die Propagandisten, um bald darauf mit lautem Getöse und Jubelgeschrei außerhalb des Flughafengeländes einen Autocorso zu starten. Nachdem sich am Flughafen alles etwas beruhigt hatte und wir nun endlich unser Gepäck in Empfang nehmen wollten entstand ( außer bei den Propagandisten ) eine merkliche Unruhe im Flughafengebäude.
Schock! Es wurde KEIN einziges Gepäckstück von Antananarivo nach Tulear befördert! Die Leute vom Flughafenpersonal fanden dies so lustig, das sie darüber herzlich lachten und Witze machten… die Fluggäste fanden dies allerdings überhaupt nicht lustig, da viele von Tulear aus eine Weiterreise geplant hatten. Auf unsere Nachfrage erhielten wir lediglich die Antwort, dass dies schon mal passieren könne, wir sollten die Situation doch ganz gelassen nehmen. Die nächste Maschine, mit der unser Gepäck frühestens ankommen konnte, war erst am nächsten Tag Mittag zu erwarten. So machten wir uns mit dem bereits auf uns wartenden Fahrer auf den Weg zum Bamboo Club, 27 km nördlich von Tulear, was locker in einer halben Stunde zu schaffen sein wird ( dachten wir…....) Zuerst gelangten wir mitten in den Autocorso der Propagandisten und die mit uns fahrenden Tschechischen Touroperator empfahlen uns, den Leuten freundlich zuzuwinken. Also winkten wir den Menschenmassen am Rande der endlos scheinenden Straßen zu ( was sonst sollten wir machen, da es nur im Schritt Tempo vorwärts ging..). Irgendwann erreichten wir dann auch den unbefestigten Weg Richtung Bamboo Club, auf dem wir ca 1,5 Std fuhren (ein unbefestigter Sandweg und jede Menge Schlaglöcher, die unser Fahrer jedoch elegant umfahren hat). Nach dieser scheinbar endlosen Fahrt trafen wir endlich auf der ersten Station unserer Tour durch Madagaskar ein.


12.-13.11. Ifaty, Übernachtung Bamboo Club, Tauchcenter Fifi Diving

Das Bamboo- Club Management begrüßte uns freundlich und nach den Formalitäten wurden wir zu einem der 25 hübschen Holzbungalows geleitet. Um unser Gepäck mussten wir uns nicht mehr kümmern, dies sollte vom Hotel am nächsten Tag am Flughafen abgeholt werden ( allerdings bangten wir doch um unseren Koffer, in denen sich unsere komplette Tauchausrüstung und das UW - Fotoequipment befand). Die Bungalows waren sehr sauber, geräumig, einfach ausgestattet mit einem Doppelbett ( Moskitonetz vorhanden), Tisch und Stuhl, Regal für die Wäsche ( kein Schrank).Ein extra Badezimmer mit fließend kalt/ warmen Wasser, Dusche und WC. Die Anlage ist sehr ruhig, es gibt einen Swimmingpool ( den man allerdings während unseres Aufenthaltes gerade reinigte), ein Restaurant und das PADI- Ressort "Fifi Diving".Bereits bei Ankunft teilte man uns freundlich mit, die Tauchschule habe am nächsten Tag geschlossen weil Philippe Jordant der Basenbesitzer Montags immer seine Emails in Tulear im Cybercafe abholt und Erledigungen tätigt. Na ja, wir hatten sowieso kein Gepäck- also blieben wir ganz entspannt und relaxten nach der langen Anreise beim Abendessen und einer Flasche Madagaskarwein.
Den nächsten Tag verbrachten wir (noch immer in ungewechselter Kleidung, dafür aber ausgiebig geduscht ) im Schatten am Strand, wo uns die ersten Madagassen als potentielle Kunden taxierten und uns Früchte, Ketten und Massagen anboten. Bald kamen wir mit ihnen ins Gespräch (halb Englisch, ein paar Brocken Französisch und durch malen im Sand ).Gegen 15h kam unser Gepäck und alles war da, nichts fehlte, was ein gewisse Erleichterung in unsere Gesichter zauberte.So wurde nun beschlossen unsere eigentlich für den nächsten Morgen geplante Abreise auf den Nachmittag zu verschieben um wenigsten Vormittags tauchen zu gehen.Es wurden 2 Tauchgänge geplant. Tipp: Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenschutz und Wasser nicht vergessen! Philippe war sehr freundlich, spricht aber ausschließlich Französisch. Eine Taucherin half mit ihren Sprachkenntnissen aus und konnte ins Englische übersetzen.

1. Tauchplatz am Außenriff, reichlich Wellen und etwas Strömung. Die erhofften Großfische blieben gänzlich aus, das Größte war ein ca 60 cm Grouper (Zackenbarsch), ein paar große Makrelen, neugierige Wimpelfische und einige Fischschwärme. Das Weitwinkelobjektiv stellte sich als absolute Fehlentscheidung heraus. Zum Glück konnten wir mit der zweiten UW Kamera und einem Standartobjektiv einige gute Bilder schießen. Die Korallenwelt an diesem Tauchplatz, soweit bei der Sicht von etwa 20m zu beurteilen, war sehr gut intakt.

2. Tauchgang ebenfalls am Außenriff
, ganz schlechte Sicht ! Maximal 5 m, wir beobachteten die Fische nur im Umkreis des Ankerseil und an Fotos brauchten wir erst gar nicht zu denken.

Zurück in der Hotelanlage wurde es etwas hektisch, da bereits kurz nach unserer Ausfahrt zum Tauchen der Juniorchef des nächsten Hotels mit dem Transfer auf uns wartete. In aller Eile Koffer packen, schnell noch duschen und auschecken, was wir in nur 15 Minuten bewältigten, da wir in dieser Disziplin ausreichende Erfahrungen haben ;-)

14.11. Ifaty, Übernachtung Hotel De La Plage, Tauchcenter Hotel De La Plage

Jannick, Juniorchef des Hotel De La Plage war supernett und sprach Englisch. Bereits auf der Fahrt ins Hotel De La Plage, etwa eine halbe Stunde nördlich des Bamboo Club gelegen, hatten wir viel zu lachen. Bei Ankunft in der Anlage wollten wir unseren Augen nicht trauen - Puderzucker weißer feiner Sand. Ein fast kitschig schöner Postkartenanblick bot sich uns:Der Empfang und das Restaurant sind auf einer Düne gelegen, ein prachtvoll großzügiger Eingang, schönes Interieur, ein traumhafter Blick auf die Lagune. Zum Meer hin 16 weiße runde Bungalows, sehr sauber, Klimaanlage, fließend kaltes/warmes Wasser, Dusche und WC, Doppelbett ( Moskitonetz vorhanden). Zur Anlage gehören eine Tauchbasis ( wird von Jannick/ Divemaster geführt), Surfen möglich, Minigolfanlage, Quadverleih, Billard und TV, Volleyball und Bolzplatz. Alles in einem sehr gepflegtem Zustand. Die Bungalows sind für 35-60€ pro Nacht zu buchen, Frühstück 3€, Menue 8€.Die Speisekarte ist sehr ausgiebig an Vor-Haupt- und Nachspeisen und über 25 Sorten von geschmacklich angereichertem Rum mit Vanille, Bananen, Rosinen, Mangos, Papayas usw. Während einer ausgiebigen Besichtigung der Hotelanlage schossen wir reichlich Fotos. Hinweis für Fotografen: Es ist stets windig und der feine fliegenden Sand kann für böse Überraschungen sorgen. Jannick verriet uns, im Juli/August hat man bei jedem Tauchausflug zu 95% Walbegegnungen.Zeitbedingt verzichteten wir schweren Herzens hier auf das Tauchen, da bereits am nächsten Morgen unsere Rundreise früh um 8h beginnen sollte. Unser, aus der Hauptstadt Antananarivo mit PKW angereister Fahrer "Zo", mit richtigem Namen Herizo, erwartete uns bereits gespannt. Wir mochten ihn von Anfang an, er war aufgeschlossen, lustig und hat uns auf der ganzen Reise mit hervorragenden Informationen versorgt und stets hatte er auf all unsere Fragen eine Antwort parat.Besonders lustig wurde es, wenn sein "Frenglisch" eine Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch zu Missverständnissen führte, die sich nach einigen neuen Wortschöpfungen unserer seits aufklären liesen. So kamen wir auch in den Genuss, einige Brocken Französisch und Madagassisch zu lernen.An dieser Stelle noch einmal ein großes Lob und Dankeschön an "Zo"! Am nächsten Morgen, nach einem hervorragenden Frühstück, Abschied von George, Miriam und Jannick Filiu. Unser Versprechen: Wir kommen wieder, keine Frage!

 

15.11. Ifaty-Tulear-Ranohira, Übernachtung in Ranohitra Isalo Ranch

Unsere Rundreise begann mit der auf Sandwegen recht holprigen Rückfahrt nach Tulear.
Nun konnten wir die Strecke, die sich auf der Hinfahrt in der Dunkelheit verborgen hatte, mit allen Sinnen erleben.Auch unser Fahrer "Zo" verstand es sehr geschickt Schlag- und Wasserlöcher zu umfahren. Die Provinz Toliara ist mit 161.000 km² die größte und trockenste der sechs Provinzen des roten Kontinents. Der Süden Madagaskars zeichnet sich aus durch sein tropisches Trockenklima. Es herrscht ein Steppen- und Wüstenklima vor. Die Regionen des Südens weisen Jahresdurchschnittstemperaturen von etwa 24° C auf, bei jährlichen Niederschlagsmengen von 300 bis 800 mm pro Jahr, welche in kurzen Zeiträumen von Dezember bis Februar niedergehen. Ein Besuch des 50 ha großer Park Arboretum d'Antsokay mit ursprünglichem Baumbestand und Pachypodien 15 km südöstlich von Tulear im Südwesten Madagaskars war uns zeitlich nicht möglich, wird aber empfohlen.

Außerhalb von Tulear und anderen größeren Orten herrscht absolute Armut.
Wir fahren vorbei an spärlichen Holzhütten und oftmals nur in Lumpen gekleideten Menschen. Vereinzelte Rinder die Zebus, begegnen uns überall auf den Straßen. Hier in einer Welt, die für unsere Vorstellungen kaum von der Zivilisation gestreift wird, treffen wir sie: Kleinkinder von vielleicht 3 oder 4 Jahren die noch jüngere Geschwister auf
Ihrem Rücken tragen, Rinder- und Schafhirten die stundenlang in sengender Hitze und ohne Wasser ihre Tiere bewachen, Kinder die mit ihren Eltern auf den Feldern arbeiten.
Ein kurzer Stopp an einem "Straßenladen" um Mangos zu kaufen- eine Sensation für den ganzen Ort. Von überall her kamen Kinder gelaufen um ihre kleinen Hände bettelnd in die Höhe zu halten. In der Erwartung etwas "Süßes" zu bekommen oder die beliebten "Stilos" ( Kugelschreiber) zu erhalten. Luftballons, ja das war für viele etwas Neues. Unterwegs hielten wir manchmal an um unsere leeren, manchmal auch vollen Wasserflaschen
an Menschen zu verteilen. Man glaubt es kaum, aber leere Plastikflaschen waren für viele "ein Geschenk des Himmels" um damit verschiedene Dinge, vor allem jedoch Wasser zu transportieren. Jugendliche zeigten uns voller Stolz Ihre Carmleons , die Sie auf Stöcken spazieren trugen.

Die Wechselnde Landschaft faszinierte uns
Mal fuhr man über die kerzengerade Straße vorbei an abgeernteten Baumwollfeldern, an Köhlereien oder endlos scheinenden Steppen, dann wieder feuerrote Erde, stahlblaue Himmel und grauer Asphalt erinnern an den "Wilden Westen" der USA. Felsmassive wechseln mal von runden Bergkuppen zu zackigen spitzen Massiven und dann wieder abflachenden Hügeln. Wir halten kurz am Eingang des Zombitse- Vohibasia Nationalpark um die von dieser Anhöhe führende Straße, welche kerzengerade ins Tal führt, zu fotografieren.

Im Süden Madagaskars sind die unterschiedlichsten ethnischen Gruppen beheimatet.
So leben die Antandroy "die vom Dornenland" ein großer Volksstamm von Hirtenbauern im Süden in der Gegend von Ambovombe. Die Antanosy "die von der Insel" ein Volksstamm von Waldbauern lebt im Südosten in der Gegend von Taolanaro. Die Bara ein grosser Volksstamm lebt südlich des Merinagebietes im südlichen Hochland,im Südwesten und Zomandao, im Norden in der Gegend von Ihosy und Betroka. Die Mahafaly "die Unantastbaren" sind ein kleiner Volksstamm von Viehzüchtern,
sie leben an der Südwestküste südlich von Tulear in der Gegend von Betioky und Ampanihy. Die Vezo an der Westküste zwischen Tulear und Morondava sind ein kleines nomadisches Fischervolk. Sie führen ein traditionell geprägtes Leben und gehen mit Netzen und Harpunen zum fischen. Auf unserer Tour fallen immer wieder die Grabstätten des Mahafaly- Stammes auf, welche Ihre Toten in steinerne Grabstätten beerdigen die mit reichhaltigen Schnitzereien und Zebuhörnern verziert werden - oft sieht man diese Grabstätten auf Hügeln und Felsen gelegen, aber auch nahe von Hütten und Ansiedlungen.

Unser Weg führte weiter durch Saphirstädte
hier schien im Vergleich zu anderen Orten "Wohlstand" zu herrschen. Geschäfte wie Friseure waren zu sehen, Möbelanbieter, Schmuckgeschäfte, Casinos, Lebensmittelgeschäfte- aber auch der Sicherheit wegen Polizei, Gendarmerie und Militär.
Auf Empfehlung unseres Fahrers hin vermieden wir hier einen Stop, da es trotz des scheinbaren Wohlstandes offensichtlich nicht gern gesehen wird, wenn Journalisten ihre Kameras auf die Arbeiter, Geschäfte und auf die Saphir Aufkäufer richten.Viele Madagassen erhoffen sich hier Ihren Traum vom Wohlstand zu erfüllen und geraten nur wieder in neue Abhängigkeiten. Wer hier arbeiten will, muss Werkzeug kaufen. Wer kein Geld hat, um das Werkzeug zu bezahlen muss sich verschulden. Bei den Wucherpreisen für Wasser und Nahrungsmittel ein brutaler Kreislauf, aus dem man nur entrinnen kann, wenn einem das Glück doch einen der schönen Saphire beschert.

Ankunft Hotel Isalo Ranch
Nach unglaublich schönen und beeindruckenden Erlebnissen erreichen wir vor Einbruch der Dunkelheit das Hotel Isalo Ranch, eine ruhige Bungalowanlage mit 19 erdfarbenen Steinhäusern und einem kleinen Swimmingpool. Eine gepflegte Anlage, nicht all zu große Zimmer mit eher einfacher Ausstattung . DIe Zimmer sind ausgestattet mit einem Doppelbett ( Moskitonetz vorhanden),Tisch Stuhl und Ablage,
sowie einem offenen Regal (Aufhängen von Kleidung ist möglich), eine separate Dusche
mit fließend kaltem/warmen Wasser und WC. Es ist ein schönes Swimmingpool ist in der Anlage vorhanden, mit herrlichem Blick aus das Isalo Gebirge.Von unserem Bungalow hatten wir einen ebensolchen Ausblick auf das Isalo Gebirge. Ein nahendes Gewitter brachte ein beeindruckendes Farbenspiel der Wolken/ Sonnenuntergang
mit sich. Das Personal der gesamten Anlage war sehr freundlich, das Hotel steht unter
Deutsch sprechender Leitung. Tipp: An der Bar gibt es die Möglichkeit sich mit einem elektrischen Rasierapparat zu rasieren, auch ein Spiegel ist dort angebracht. In kaum einem Hotelzimmer fanden wir eine ausreichende Anzahl Steckdosen vor, so dass wir jede Gelegenheit nutzten, die Akkus unserer Kameras aufzuladen.

16.11.Ranohira-Fianarantsoa, Übernachtung im Hotel Zomatel

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück und dem Auschecken weiter
zum Nationalpark "Isalo Park". Wir haben die Wahl 11km zum Canyon, oder 3km mit dem Auto und anschließend 3km zu Fuß bis zur Piscine Naturelle ( natürlichen Lagune mit Wasserfall). Wir entschieden uns für den kürzeren ( aber sicher nicht geringer anstrengenden Weg) Tipp:Unbedingt Sonneschutz und Wasser mitnehmen! Der Guide "LaLa" steigt nach bezahlen des Eintritt in Höhe von 25.000 Ariary plus 1000 Ariary für unseren einheimischen Fahrer, zu uns ins Auto. Gebühren für den Guide in Höhe von 15.000 Ariary werden immer erst nach dem Ende einer Tour bezahlt. Nach abenteuerlicher Anreise über einen wieder einmal total holprigen unbefestigten Weg, welcher auch noch an einer Stelle überflutet war - erreichten wir den Eingang des Parks,von wo aus es nun zu Fuß weiterging. Eine ähnliche Situation hatten wir schon einmal auf einer Reise in Thailand erlebt, als wir über 1000 Stufen ( unterschiedlicher Breite und Höhe) einen Berg erklommen. Hier waren es nicht ganz so viele, aber man sollte unbedingt in einer guten körperlichen Verfassung sein. Unterwegs erklärte uns unser Guide immer wieder die unterschiedlichsten Pflanzenarten.Das Isalo-Gebirge ist biologisch extrem vielseitig mit seiner Trockenflora mit Zwergbaobabs, Euphorbien, Didieraceen und der tropischen Feuchtvegetation in den Flusstälern mit Palmen, Schraubenpalmen, Farne und darin lebende Lemuren und schwarze Papageien. Hinzu kommt die bizarre, ausgewaschene Sandsteinlandschaft in unterschiedlichen Rottönen und gewaltige Felsmassive. Auf der Hochebene angekommen bewundern wir die Aussicht,ähnlich der Canyons in Utah.
Auf dem Hochplateau wachsen u.a AloeVera und Ficus ,eine Pflanze von deren gelben Früchten sich Lemuren ernähren. Wir sehen über 300 Jahre alte Baobab-Bäume diein ihren Stämmen bis zu 2000 Liter Wasser speichern.Immer wieder sahen wir Steinhügel, auch hier wurden die Toten begraben. Oftmals kaum noch als Steingrab zu erkennen erinnert uns unser Guide daran, um nicht aus "Versehen " seinem Geschäft an einem solchen Ort nachzugeben.Wir sehen unter losen kleinen Felsbrocken versteckte Skorpione und finden an einem Gebüsch das seltene "Stick-Insekt", welches ohne die "Adleraugen" unseres Guide kaum zu erkennen ist. Selbst bei direktem intensiven Hinsehen ist das 15cm Insekt durch seine Farbe und Körperform kaum von einem Ast zu unterscheiden.Der Isalo Park hat eine Ausweitung von 81540 ha und ist etwa 180 km lang und 25 km breit.Man kann tagelang in diesem Park wandern und auch auf vorgesehenen Zeltplätzen übernachten. Vom Hochgebirge aus geht es weiter nach unten ins Tal und wir erreichen eine smaragdgrüne natürliche Lagune mit Wasserfall - unglaublich schön! Wer Badesachen mitbringt kann im glasklaren Wasser baden oder einfach nur die Füße kühlen und für den Rückweg entspannen ( welcher von dieser Stelle wieder bergauf führt ).
Zurück von dieser beeindruckenden aber auch anstrengenden Exkursion, bezahlten wir den Guide und waren froh nun wieder ganz entspannt im Auto sitzen zu dürfen. Gegen Mittag führte uns unser Weg weiter über das Horombe-Plateau.Wir fahren auf einer 45 km immer kerzengerade führenden Straße. Wieder sehen wir diese faszinierende feuerrote Erde und dann wieder stetig ihr Aussehen wechselnden Landschaften mit grandiosen Felsformationen. Irgendwann erreichten wir ein Gebiet mit Steinbauarchitektur, manchmal sahen wir Häuser mit 1.Etage oder auch dazwischen nur einfachste Holzhütten. Wir durchfahren ein Reisanbaugebiet, Felder terrassenförmig oder ebenerdig zäumen den Weg links und rechts der Nationalstraße. Immer wieder begegnen wir Menschen die Ihre Fahrräder schieben anstatt auf ihnen zu fahren, das tun sie um die Fahrräder zu schonen (so die Aussage unseres Fahrer "Zo"). Überall auf unseren Wegen fallen uns abgebrannte und abgehackte Bäume auf…..Waldrodung/ Feuerrodung. In der Höhe von "Port Sud" einem 1426 m hohen Berg auf der einen Seite und dem "Pic Boby "2658m auf der anderen Seite sinkt die Temperatur etwa um 5 Grad.Die Bergspitze des Pic Boby liegt immer im Nebel.
Einige Kilometer weiter sehen wir etwas Seltsames: Straßenlaternen im Dorf Zazafotsy, die ersten außer in den größeren Städten und zu unser Verwunderung Laternen die mit
Solarenergie betrieben werden. Noch einige Orte danach sind weitere solarbetriebene Laternen zu sehen. Die Häuser der Dörfer aber sind alle sehr einfach aus Lehmziegeln oder bei finanziell besser gestellten Menschen aus
gebrannten Lehmziegeln erbaut. Verfallen die Häuser witterungsbedingt, zieht man einfach um und baut ein neues Haus. In der Region Mahasoa die wir durchqueren, werden Ananas, Papaya, Reis, Bananen und Kakteen angepflanzt. Außerdem sehen wir viele Eukalyptusbäume.Immer wieder trafen wir Hirten mit Hunderte von Zebus, welche kilometerweit teils über die Berge teils über die Straßen getrieben, dem Weg zu einem großen Viehmarkt nach Ankaramena folgten. Die Landschaft vor Ambalavao erinnert stark an das mediterrane Aussehen der Toskana.
In der Region Betsileo wird Wein und Reis angebaut. Um einen Weinkeller zu besichtigen sollte man vor 17h anreisen, leider waren wir zu spät und haben somit die geplante Besichtigung eines Weinkeller verpasst.Dafür wurden wir aber in dieser Gegend mit einem wunderschönen Regenbogen als Fotomotiv entlohnt. Einige Kilometer weiter erreichten wir bei Dunkelheit die Stadt Fianarantsoa.

Fianarantsoa - Hotel Zomatel
Das Hotel Zomatel war wegen eines am nächsten Morgen stattfindenden Marktes
welcher direkt auf der Straße vor der Tür des Hotels stattfand, fast ausgebucht. Gerne hätten wir uns hier eine etwas ausserhalb der Stadt liegende Unterkunft gesucht.
Das "Stadthotel" Zomatel war laut, stickig, hatte quietschende Türen und Schränke. Unser Zimmer war einfach aber sauber mit Doppelbett, Ventilator, Badewanne und einem brummendem Kühlschrank ausgestattet- welcher über Nacht leider abtauen musste, da ich entnervt vor Schlaflosigkeit den Stecker zog. Am nächsten morgen liefen bereits in aller Frühe die Motoren der Autos auf den Parkplätzen ( warum?..das ist halt so) Tipp: zum schlafen Ohropax nicht vergessen!Das Hotel Zomatel erhält als einziges Hotel der gesamten Reise unsere Bewertung "schlichtweg unangenehm". Vor unserer Weitereise besuchten wir noch den lebhaften Markt. Wer nach Madagaskar reist sollte unbedingt einen der zahlreichen Märkte besuchen.Hier ist so gut wie alles erhältlich. Vom uralt 5 ¼ Zoll Diskettenlaufwerk über Schaufeln und Pflüge bis zu seltenen Gewürzen.Auch wenn für unsere Verhältnisse kaum nachzuvollziehen ist, wie extrem günstig die verschiedensten Produkte angeboten werden, so sichern jedoch auch kleinste Einkäufe die Existenz ganzer Familien. Auch bei den an sich schon günstigen Preisen  gilt, Handeln gehört auf Madagsakar "zum guten Ton"!

 

 

17.11.Fianarantsoa-Ranomafana, Übernachtung im Hotel Setam Lodge

Nach dem Besuch des Marktes machten wir eine Stadtrundfahrt.Hier befindet sich die einzige Informatik-Universität des Landes. Der alte Palast wurde 1985 durch einen Zyklon zerstört. Vom Bahnhof aus fährt täglich ein Zug um 7 Uhr in 8Std. 160km zur Ostküste nach Manakara. Die madagassische Bahn wurde erst vor ein paar Jahren privatisiert.Eine südafrikanische Firma übernimmt jetzt unter einem anderen Namen und zwar Madarail die Verwaltung der Bahnlinie. Außer der Südostlinie, die noch einigermaßen funktioniert, ist nur der Warentransport in den anderen Regionen in Betrieb. Eine Weile den Bahngleisen folgend, kam uns irgendwann auch ein Zug entgegen und man winkte uns. Später erreichten wir den Ort Alakamisy Ambohimaha, wo Metallbauer die Schmiedekunst an 7 Tagen in der Woche ausüben. Die Kinder freuen sich auch hier über Süßigkeiten, die beliebten "Stilos" (Kugelschreiber) und Luftballons. Sie leben zusammen mit dem Schmutz des Metalls, der Hühner und Schweine in ärmsten Verhältnissen und sind ebenso ärmlich und schmutzig gekleidet.Äußerst beeindruckend ist die Kunstfertigkeit, mit denen die Schmiede aus Altmetall neue Produkte entstehen lassen. Hier wird im Prinzip alles gefertigt, was aus Eisen benötigt wird, vom einfachen Messer, über den Kochtopf bis hin zum Pflug, um die Reisfelder zu bewirtschaften. Den Metallarbeitern geben wir nach dem Fotografieren etwas Geld ( sprichwörtlich "ein Tropfen auf den heißen Stein") damit sich die große Familie Reis kaufen kann und natürlich auch um deren schwere Arbeit anzuerkennen.Immer wieder sehen wir unterwegs im ganzen Land die Schilder "Cekan" Entwicklungshilfe. Was das Land am dringendsten braucht ist klares reines Trinkwasser, Stromversorgung und eine schulische Grundbildung der Kinder.Leider erreicht die Entwicklungshilfe nicht alle Orte und Menschen. Oft mussten wir feststellen, dass es gerade das Wasser ist, was den Menschen fehlt.

 

Wir erreichen am Mittag das an einem Hang gelegene Hotel Setam Lodge

Wir erreichen am Mittag das an einem Hang gelegene Hotel Setam Lodge mit den 12 wunderschönen und westlichen Standart entsprechenden Doppelbungalows. Weiß gefliestes Badezimmer mit Dusche und WC kaltes/warmes Wasser, ein sehr großer Schlafraum mit weißen Bodenfliesen, hohen Holzdecken und bequemen Doppelbett, Schreibtisch und Stuhl, sowie ein weiteres Einzelbett und ein Wandschrank Großes, sehr hübsch eingerichtetes Restaurant mit freundlichem Personal. Hier gab es zum Frühstück u.a. die Spezialität "Koba", eine aus Reis, Bananen und Kakao vermischte und in Blättern gedünstete Süßspeise. Noch vor dem Abendessen besuchen wir den Nationalpark und bekommen hier Lemuren zu sehen. Unser Guide Edmont erklärt uns auch hier wieder die Wirksamkeit medizinischer Pflanzen.So z.B, dass erhitzte Blätter der auch bei uns bekannten Gartenpflanze Datura oder besser bekannt als Engelstrompete Schmerzen im Rücken lindern.Andere Pflanzen nutzen Ureinwohner die in dieser Region leben, bei Magenproblemen. Wieder laufen wir und merken gar nicht WIE weit wir schon wieder gelaufen sind, bis wir von einem Aussichtspunkt den fern gelegenen Eingang des Parks erkennen ( ....und kommen schnell zur Erkenntnis - dorthin müssen wir auch wieder zurück.... ). Inzwischen regnete es und so konnten wir uns etwas länger am Aussichtspunkt unter einem Dach ausruhen. Wir hatten großes Glück und sahen alle 3, der im Park wild lebenden Lemuren- Arten, von der kleinsten Art der 300 - 400g leichten Tiere bis hin zur größten Lemurenart, den Goldlemuren mit 6-7 Kg Gewicht. Laut unserem Guide Edmont sind diese Tiere nur äußerst selten zu erblicken, dabei durften wir gleich 2 Goldlemuren zu sehen. Endlich wieder zurück, taten alle Muskeln weh.Jetzt noch die heissen Quellen im Ort besichtigen: Wir sahen ein Schwimmbad mit 38-40 Grad warmen Wasser und einen kleinen Bach mit ebenso warmem Wasser, welcher aber von ein paar Einheimischen "besetzt" war. Zurück im Hotel Setam Lodge haben wir etwas gegessen und sind anschliessend in einen himmlichen Schlaf gefallen.

18.11.Ranomafana-Antsirabe,Hotelanlage La Residence Camelia Antsirabe

Nach dem Frühstück starten wir gegen 9 Uhr in Richtung Antsirabe. Vorbei an endlosen saftig grünen Reisfeldern erinnert diese Landschaft sehr ans Asiatische. Immer wieder halten wir an, um zu fotografieren. Zeitweise beobachten wir Straßenbauarbeiter, Brückenbauarbeiter, Feldarbeiter und Menschen die kilometerweite Fußmärsche zurücklegen um von ihrer Arbeit nach Hause zu gelangen. Wir begegnen Menschen mit Werkzeugen wie Schaufeln und Äxten, voll beladene Ochsenkarren, Menschen die auf ihren Fahrrädern meterhoch gestapeltes Holz oder Reissäcke transportieren. Schon viele Kilometer vor der nächst größeren Stadt Ambohimahasoa bemerken wir das dass sonst so unbeschwerte und fröhliche Lachen der Kinder verstummt und sich in Misstrauen uns Fremden gegenüber äußert. Laut unserem einheimischen Fahrer berichtet man aus dieser Gegend von Kindesentführungen und Organhandel.Fenster und Türen vieler Häuser in Madagaskar sind in Richtung Westen ausgerichtet um die Wärme der Sonne zu nutzen und den oftmals kalten Wind abzuhalten.Wieder ein paar Kilometer weiter befinden wir uns in der Ortschaft Manandona. In dieser Gegend wird Malz angebaut.Am Nachmittag erreichen Sie den bekannten Höhenkurort Antsirabe, der auf 1500 m Höhe liegt und wegen der kühlen Bergluft und seiner Thermalquellen auch das "Vichy Madagaskars" genannt wird. Hier befindet sich unter anderem eine Fußballakademie, die Polizeiakademie des Landes, eine Zementfabrik, eine Molkerei, eine Getränkefabrik und es gibt hier eine Pferdezucht.
Wieder sehen wir unzählige Menschen auf den Straßen der Großstadt mit ebensovielen
Fahrrädern und die uns schon bekannten Rikschas von Madagaskar die "PusPus".
Antsirabe wurde Ende des 19. Jahrhunderts von norwegischen Missionaren ausgebaut.
Prachtvolle Villen in großzügigen Gärten erinnern an diese Zeit. Unsere Unterkunft das Hotel Residence Camelia scheint noch aus dieser Zeit zu stammen. Es liegt in einem ruhigen Viertel der Stadt und inmitten eines wunderschönen Gartens. Es ist ein stilvolles Haus mit nur wenigen, sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmern.Das große Badezimmer hat eine Badewanne. Nach all dem Staub der vergangenen Tage war ein Vollbad eine wahre Wonne. Das Abendessen wurde in einem kleinen Speisesaal (Platz für maximal 20 Personen) serviert, ebenso wurde das Frühstück hier eingenommen.Das Frühstück besteht wie fast überall aus Baguette, Butter, Marmelade, Fruchtsaft, Tee, Kaffee und manchmal frischem Obst.

 

19.11.Antsirabe-Tana-Nosy Be

Abfahrt Richtung Antananarivo, der letzen Station unserer Rundreise gegen 9h. Auf einer staubigen Piste zwischen Reisfeldern und Dörfern führt der Weg hinauf zum Rand des legenderen Vulkanes Tritriva. Hier soll sich der Legende nach eine Geschichte, die der von Romeo und Juli ähnelt, abgespielt haben. Das junge Paar nahm sich im 160m tiefen See das Leben. Von hier oben aus hat man einen grandiosen Blick auf die Hochebene von Antsirabe, umliegende Ortschaften und den tiefgrünen Kratersee. Ein schmaler Fußpfad führt vom Kraterrand hinunter ans Ufer. Tipp: Darauf achten wie die Sonne steht. Unsere Empfehlung zuerst in der Sonne dem Weg bergab folgen, bergauf ist es anschliessend wesentlich angenehmer im Schatten zu laufen. Auf unserem weiteren Weg , zurück zur Hauptstadt Antananarivo treffen wir immer wieder Straßenstände an denen Menschen Ihre Waren wie Obst und Gemüse, Korbwaren , Spielzeugautos aus Blech oder frisch an Ort und Stelle gekochte Maiskolben anbieten.

 

Antananarivo

Zurück in der belebten "Großstadt" kommen wir uns vor, als hätten wir eine "Zeitreise" hinter uns.Die Hauptstadt Madagaskars teilt sich in Unter- und Oberstadt. Die Unterstadt mit dem Lac Anosy( Ansammlung von Abwässern) ist geprägt von roten Steinhäusern im Kolonialstil und von Marktständen.in den Wohnvierteln der Oberstadt befinden sich historisch interessante Gebäude wie der Palast der Königin, der 1837 von Jean Laborde als hölzernes Königshaus errichtet wurde. Als zentraler Stützpfeiler diente ein einziger Palisanderstamm von 39 m Länge und einem Durchmesser von 1m. Unsere Rundreise endet am Flughafen, hier verabschieden wir uns nun von unserem treuen Begleiter "Zo" um den Weiterflug auf die Insel Nos Be anzutreten.

 

 

19.11.Abflug Antananarivo 16:00h - Ankunft NosyBe 17.35h

Alexander Gil, Tauchbasenbesitzer von Aventura Diving holte uns zusammen mit seiner Familie am Airport ab. In einer halben Stunde hatten wir die Strecke von ca. 30 km zur Tauchschule und dem Bungalow am Madirokely Beach erreicht. Es war bereits stockdunkel und der Stromausfall ( wie so oft auf dieser Insel/ jeden 2.Tag), liesen uns zu diesem Zeitpunkt die Schönheit des Strandes nur erahnen.Ein paar Fakten zu Insel: NosyBe ist etwa so groß wie Rügen. Der Vulkanische Bodenist fruchtbar wie kein anderer Boden Madagaskars. Es wird Zuckerrohr angebaut, Ylang-Ylang, Kaffe, Vanille und es gibt Gewürznelkenplantagen.Die Orte Andoany ( Hell-Ville) und Dzamandzary besitzen noch keine Kläranlagen. Trotzdem ist Nosy Be ein Juwel, wenn auch bereits durch den Tourismus angekratzt. In der Hauptstadt Hell-Ville ist vieles durch den Tourimus erheblich teurer als in anderen Orten. Allerdings findet man auf Nosy Be gegenüber dem Festland, bedingt durch die touristische Wirtschaft keine "echte Armut" .Im Lokobe Naturreservat findet man noch ursprünglichen Urwald, Kraterseen in denen Krokodile leben, eine koloniale Hafenstadt und vor der Küste noch unberührte Trauminseln.

20.11. Erst mal ins Meer springen
und bei 28 Grad Wassertemperatur eine Runde schwimmen, herrlich.Für den Vormittag waren 2 Tauchgänge vor der nahe gelegenen und unter Naturschutz stehenden Trauminsel Tanykely, in wenigen Minuten mit dem Motorboot erreichbar, geplant.Glasklares Wasser, keine Strömung, jede Menge farbenprächtige Weichkorallen hinterlassen bei uns einen bleibenden Eindruck. Unterwassermotive zum fotografieren gab es unendlich viele. Jede Menge Fischschwärme, Makrelen, Wimpelfische, Kaiserfische, Nacktschnecken und viele Schildkröten.Die Oberflächenpause wurde bei frischen Obst und Wasser auf der unbewohnten feinsandigen Insel eingehalten. Hier gibt es einen alten nicht mehr aktiven Leuchtturm und jede Menge Vögel, Geckos und Lemuren. Der 2. Tauchgang fand nur ein paar Meter weiter bei gleichen Bedingungen statt. Es gibt insgesamt 3 Tauchplätze um Tanykely. Tipp: Für jeden begeisterten Tauchsport - Anfänger zur besondere Freude, vor dieser Trauminsel hält Aventura Diving bei idealen Ausbildungsbedingungen die gesamte Tauchausbildung ab!

21.11. 3 - Tages Törn mit dem Katamaran "Starcat"

Unser 1.Tag Mit dem Taxi und unseren Tauchsachen im Kofferraum fahren wir zum Liegeplatz der "Starcat" in den "Krater". Sonneschutz nicht vergessen! 2 Deutsche, Heidi und Georg, sowie ein Schweizer namens Michele sind weitere Gäste an Bord. Georg, der diese Tour mit seiner Frau schon einmal ein paar Tage zuvor unternommen hatte, wies uns in die wichtigsten Dinge ein. Wo man seine Sachen am besten platziert, wie die Toilettenpumpe funktioniert, wie das mit den Getränken an Bord abläuft usw. Für Softdrinks und Wasser werden 1€ pro Flasche, für Bier 1,50€ berechnet. Die Mannschaft geben einem die Getränke, welche man auf einer Liste einträgt. Man zahlt mit Euro oder Landeswährung am Schluss der Safari bei Fredy. Es ist jede Menge frisches Obst an Bord, die Tiefkühltruhe ist mit vielen Leckereien gefüllt und der Koch hat während der gesamten Tour hervorragende Arbeit geleistet. Es wurden u.a. frisch gefangener Fisch (Sushi) und Krabbenbällchen serviert. Zum Frühstück gibt es Baguette, Joghurt, Obst Kaffee, Tee. Der erste Tag führt uns Richtung Nordwest Madakaskar zum "Zuckerhut". Die Tauchplätze selbst haben von Fredy frei erfundene Namen und meist steckt eine kleine Geschichte dahinter. Es finden pro Tag 2 Tauchgänge statt, aus Sicherheitsgründen wird kein dritter Tauchgang angeboten denn es gibt weit und breit keine Dekokammer und auch kein Krankenhaus1.Tauchgang bei 30m am Tauchplatz Banc de 5m. Muränen, Garnelen, wunderschöne große Gorgonien, Weichkorallen, schwarze Korallen, jede Menge Fischschwärme.Sicht 30-40m.Nach dem ersten Tauchgang gibt es ein leckeres Mittagessen
2.Tauchgang bis maximal 15m, Tauchplatz Ankazoberowina. Jede Menge Fotomotive, keine Strömung gute Sicht 25-30m.Zum Abendessen gibt es warmen Kartoffelsalat, Fisch, gebratenes Fleisch, Gemüse, Nudel und als Nachspeise Obst mit Joghurt.Übernachtet haben wir auf dem Catamaran unter sternenklarem Himmel in der Russischen Bucht.

Unser 2.Tag
Unser 2.Tag an Bord der "Starcat" begann bereits am frühen morgen mit dem Starten der Motoren gegen 6h, wir sahen einem herrlichen Sonnenaufgang. Fredy steuerte den Catamaran in Richtung der Insel Nosy Iranja.3.Tauchgang am Tauchplatz Nosy Iranja West, 30 m, leichte Strömung viele große Makrelenschwärme, riesige bunt gemischte Fischschwärme und mitten drin 3 blitzschnell jagende Weißspitzenriffhai von stattlicher Größe. An Bord gab es nach einer gewissen Ruhezeit wieder ein köstliches, reichliches Mittagessen, danach fahren wir ein paar Meilen weiter zum nächsten Tauchplatz 4.Tauchgang vor Nosy Iranja, 20 m, Soldatenfische, Makrelen, Barakudas, Kugelfische, Riesenbarsche von über 1m, große Kaiserfische und Wimpelfische.Wir haben nach dem 2.Tauchgang direkt vor der Insel mit ihrem türkisfarbenen Wasser und dem weißen Sandstrand Zeit zum schnorcheln und baden. Uns reizt der Sandstrand und so schwimmen wir zur Insel auf der sich u.a. auch ein Hotel und eine Tauchbasis befinden. Anschließend fahren wir mit der "Starcat" weiter um in der romantischen und absolut natürlichen Bucht von Baramahamay zu ankern. Ein paar Menschen leben hier in einem kleinen Dorf. Nach dem Abendessen beobachten wir wieder die Millionen von Sterne, vereinzelt hört man Geräusche von Tieren aus dem Regenwald und immer wieder springen größere Fische, das Wasser "brodelt" hier regelrecht vor lauter Fischen.

Unser 3.Tag
Unser 3.Tag begann bereits morgens um 6h, Rückfahrt Richtung "Zuckerhut".5.Tauchgang- einen von Fredy vorgeschlagenen Tauchgang auf 65 m Tiefe mit einer Höhle haben wir abgelehnt und statt dessen den gleichen Tauchplatz wie Tauchgang 3, Nosy Iranja West bevorzugt. Wieder leichte Strömung, massige Fischschwärme, große Zackenbarsche diesmal waren keine Haie zu sehen. Wieder an Bord fuhren wir gleich weiter zum 6.Tauchgang, Tauchplatz "Zuckerhut". Fredys Briefing kurz und knapp: taucht einfach soweit ihr kommt….? Die Sicht betrug nur noch 10-15 m, wir tauchten an der Steilwand auf 15 m zum sandigen Grund und dann etwa 30 m an der Wand entlang, bis uns die volle Strömung keinen Zentimeter weitertauchen lies. Wir machen kehrt und tauchten zurück und in die andere Richtung immer entlang der Felswand, auch hier bietet uns die Strömung bald kein Weiterkommen. Deswegen hatte Fredy schmunzeln müssen als wir sagten, okay dann tauchen wir einmal um den Zuckerhut. Die Steilwand ist wunderschön und über und über mit Mördermuscheln, farbenprächtigen Weichkorallen und unzähligen Kleintiere geschmückt.Versteckt in einer Weichkoralle entdeckten wir sogar einen kleinen Steinfisch kopfüber an der Felswand hängend.Nachdem wir eine Weile gefahren waren, gab es bald schon wieder Mittagessen. Alles hat ein Ende und so erreichten wir gegen 17 wieder den Hafen "Krater" auf Nosy Be

 

24.11. Tauchen mit Aventura Diving

1.Tauchgang Mantapoint. Abgetaucht auf 20m, sandig, Sicht etwa 20m, nichts besonderes zu sehen und kräftige Strömung. Kein einziger Manta, ein paar vereinzelte Gorgonien und Weichkorallen, kaum Fisch. Dafür wurden wir aber bereits vor diesem Tauchgang durch die Sichtung eines 4-5m Walhai entschädigt, er begleitete uns direkt neben dem Boot für eine kurze Zeit und tauchte ab.2.Tauchgang ( kein Name), 20m, Gorgonien satt, jede Menge Kleinfische, eine Riesenmuräne, Krokodilfisch... regelrechte Fischsuppe. Auch der ungeübte UW Fotograf kann hier traumhafte Schnappschüsse der Unterwasserwelt mit nach Hause nehmen.

25.11. Übernachtung in Ambatoloaka
inmitten von tropischen Pflanzen gelegene kleine Hotelanlage "Les Boucaniers".Eine sehr ruhige Anlage etwas außerhalb des Ortes, äußerst gepflegt und mit liebevollen Details eingerichtet unter französischer Leitung. Etwa 20 Reihenbungalows in verschiedenen Etagen mit wertvollen Hölzern verzierte Treppen und Terrassen, Swimmingpool, TV- Raum, Bar, Bibliothek im Freien, Hängematten auf der Dachterrasse, ein überdimensionales Schachspiel( hochwertige Arbeit) im Ruhebereich am Pool.25.11. Besichtigungen und Fotoaufnahmen verschiedener Hotels, Appartements, Bungalows und Privat-Villen: Nosy be Resort , Clair de Lune, Coucher du Soleil, Villa Belle vue, Villa Hibiscus, Villa Gerti, Aviavy Hotel, Villa Ventura, Kit Surf- Studios Mobylettes. ( weitere Hotels auf Nose Be - hier informieren )

26.11. Tauchen mit Aventura Diving
1. Tauchgang: Bei 29m Tiefe ein 20m langes Holz-Wrack, viel Plankton, Sicht 10m. Es gibt riesige Feuerfische, sehr große Kaiserfische, Grouper, Hechte und Fischschwärme zu sehen.2.Tauchgang. Abstieg am Ankerseil auf 18m. Max Sicht nur 5 m, viel Plankton. Nacktschnecken, ein blitzschneller Krokodilfisch der sich nicht fotografieren lies, Fischschwärme, Glasfische, die Strömung trieb uns gut 200m vom Boot ab.

27.11. - 29.11. Die letzten Stunden

27.11. Bildbearbeitung und Berichtsvorbereitungen. 28.11. 8h Transfer zum Flughafen, Abflug 10:5h nach Mailand, Ankunft 18:15h Ortszeit, Übernachtung im Airporthotel "First"
29.11. Nachmittags Rückflug nach Deutschland.

 

Fazit der Reise
Wenn Sie sich für eine Reise nach Madagaskar, egal ob nun für eine Rundreise oder für einen Tauchurlaub entscheiden, wir können Ihnen nur sagen; es lohnt sich wirklich. Sie werden Eindrücke mit nach Hause nehmen, die sich einbrennen. Eindrücke eines wunderschönen Landes, unberührter Unterwasserwelten, aber auch Eindrücke sozialer Brennpunkte die deutlich machen, dass wir in Europa mit unseren kleinlichen Sorgen in einem nahezu sozialen Paradis leben.Was ich allerdings bezweifeln möchte ist, ob wir die glücklicheren Menschen sind...... finden Sie selbst heraus !


Ihr Team von Divers Travel Guide

 

Diese Reportage wurde realisiert durch die freundliche Unterstützung von:

Reiseveranstalter LeVoyageur, Michael Horn
Fluggesellschaft Air Madagascar, Ralph Harder
Hotel Bamboo Club
Hotel De La Plage
Hotel Isalo Ranch
Hotel Sesam Lodge
Hotel Residence Camelia
Aventura Diving, Alex und Rolando
Katamaran "Starcat", Fredy Neumahr

Einen besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle Herrn Michael Horn, Inhaber der Firma LeVoyageur für die hervorragende Vorbereitung und Organisation dieser Reise und seinem Angestellten, unserem Fahrer Zo aussprechen.

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