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17.10.2017 : 13:29 : +0200


Reisebericht Philippinen

 

Insel Palawan
Das paradiesische Eco-Resort El Nido

Die Hauptstadt Manila

 

Noch befinden wir uns allerdings im Getümmel Manilas, der Millionenmetropole und Hauptstadt der Philippinen. Dort soll das Abenteuer El Nido in einem speziellen Teil des internationalen Flughafens beginnen. Wir sind eigentlich noch gar nicht recht in Stimmung für die Südsee, aber das ändert sich bald. Freundlich werden wir hier empfangen, nach dem Gepäckcheck an unseren persönlichen Tisch im Warteraum mit Kolonialatmosphäre geführt und dort mit Frühstückshäppchen und Drinks verwöhnt.

 

Unterdessen warten bereits drei kleine Propellermaschinen
nur ein paar Meter entfernt von uns auf dem Flugfeld, die uns wenig später auf die südwestlich gelegene Insel Palawan bringen werden.Und dann istes auch schon soweit. FlugA wird aufgerufen. Es sind etwa 20 Schritte bis zu einer kleinen Gangway, wir nehmen in der 19sitzigen Dornier Platz und sind auch schon startklar. In den anderthalb Flugstunden (430 km) in den Norden der Insel Palawan überfliegen wir die in der Morgensonne glänzende philippinische Küste und den beeindruckenden, aus einem schimmernden Kratersee emporragenden Taal-Vulkan. Beim Anflug auf den ElNido Airport, der eigens für die beiden gleichnamigen Resorts Minilocund Lagen Island eingerichtet wurde, fühlen wir uns bereits als würden wir in einem James Bond-Film mitwirken. Die Rollbahn mündet im türkisblauen Meer, vor einer tropischen Gartenanlage heißt ein buntes Holzschild uns willkommen, ein silberner Bus glänztin der Sonne gleich neben unserer Maschine und vor einem Karren ziehenden schwarzen Wasserbüffel steht ein singendes Empfangskomitee braungebrannter Einheimischenfrauen, die uns in rosa Blumenkleidern mit sanften Südseeklängen und winkenden Händen begrüßen. Diese Szene ist so schön und so unwirklich -wir fühlen uns wie Hollywoodstars von 1950! Spätestens nun sind alle Bedenken verflogen, denn eigentlich erschien uns die lange Anreise mit Flieger, Bus und Boot nach El Nido wie ein Handicap, doch ganz im Gegenteil! dieser Reisetag entpuppt sich als Abenteuer an sich! Bis zur Weiterfahrt genießen wir erneut kleine Erfrischungen in einem offenen Holzpavillon mit Strohdach, bis es wenig später im quietschtürkisen Bus eine Viertelstunde zum Hafen von El Nido City weitergeht. Der charmante Ort liegt in einer weiten Bucht mit schönen Stränden und ist von steilen Sandsteinkliffs umrahmt. Davor liegen die 45 Inseln des Bacuit-Archipels, die vor 250 Millionen Jahren aus Korallenablagerungen entstanden sind. Miniloc Island, unser Ziel, ist eine von ihnen. Während der 30 minütigen Fahrt in einem der hier typischen Auslegerholzboote bewundern wir das Panorama aus kleinen Inseln mit schwarzen Felsen und tropischem Grün. Und wieder denken wir an James Bond in Dr. No ; wir haben gar nicht gewusst, dass die Felsen hier auf den Philippinen genauso aussehen! Und schließlich liegt Minilocvor uns: Es ist ein kleiner Traum vom Paradies! Eine geschützte Bucht mit zu drei Seiten hoch aufragenden grünen Felsen. Zum Land hin ist die Lagune durch eine Steinmole abgeschirmt, in deren Mitte sich der strahlend weiße Empfangspavillon vom Blau des Meeres abhebt. Zur Linken duckt sich eine Reihe weißer Stelzenhäuser direktüber der Lagune, hinten rechts überblickt das erhöhte, offene Strohdach-Restaurant Insel und Meer, dazwischen die Rezeption, eine kleine Strandbar, eine Strohpergola im Sand, mehrere Holzdecks, eine Hütte mitbuntem Kajaks und Surfausstattung und ansonsten nichts als Strand, Palmen und Hibiskus.

Wir sind in einer anderen Welt gelandet
Beim tropischen Begrüßungscocktail lassen wir die Eindrücke des Tages und die Erlebnisse seit der Abreise aus Manila noch einmal Revue passieren und erhalten eine kurze Erklärung über das Eco-Resort Miniloc. Das Credo ist einfach: Nichts mitbringen außer Erinnerungen, nichts dort lassen außer Fußabdrücke, nichts mitnehmen außer Fotos und nichts totschlagen außer Zeit! Natürlich werden wir dies beherzigen, um diese natürliche Schönheit erhalten zu helfen. Die beiden El Nido-Resorts bestehen schon seit zwei Jahrzehnten und wurden in größtmöglichem Einklang mit der Natur unter Verwendung natürlicher Materialien und Farben errichtet. Das Management unterstützt die einheimische Bevölkerung als Arbeitgeber und Abnehmer hiesiger Produkte und handgemachter Accessoires. Das Gebiet El Nido wurde von der philippinischen Regierung zum Schutzgebiet erhoben und ist Lebensraum von 200 tropischen Fischarten, 100 Korallenspezies, drei gefährdeten Meeresschildkrötenarten (Hawksbill, Green Seaund Olive Ridley) sowie Delphinen, Seekühen und Mantarochen. In den tropischen Inselwäldern sind über 100 Vogelarten beheimatet, z. B. der Palawan-Nashornvogel. Bezüglich Topographie und Tierwelt ähnelt dieser Teil des philippinischen Inselarchipels übrigens dem benachbarten Borneo, denn vor 40 Millionen Jahren war Palawan durch eine Landbrücke Teil der eurasischen Platte. Nach der Eiszeit entwickelten sich endemische Arten wie Langschwanz-Makake, Palawan-Bärenkatze, Palawan-Eichhörnchen, Stinkdachs und Riffreiher. Wir wollen nicht tauchen, entscheiden uns spontan für die Sunset Tour und finden uns am weißen palmengesäumten Strand der Nachbarinsel Pangulasian wieder, wo wir gleich einen filmreifen Südsee-Sonnenuntergang erleben. Als wir nach Miniloc zurückkehren leuchten in der Dämmerung bereits die Fackeln und Windlichter zwischen den für das Abendessen im Sand aufgestellten Korbmöbeln. Dahinter im Sand unter der Pergola ist das Buffet aufgebaut. Darüber spannt sich ein weiter pechschwarzer Himmel mit unzähligen Sternen, unter denen wir durch die Nähe zum Äquator sogar das Kreuzdes Südens und die Milchstraße ausmachen können. Und weil es so schön ist in unserem privaten Pavillon sitzen wir noch eine ganze Weile auf der kleinen Veranda direkt über der Lagune, blicken auf die Lichter und genießen die laue Nacht.

 

Der neue Tag auf Miniloc
beginnt mit einem herrlichen Buffetfrühstück mit Blick auf Lagune und Meer. Bevor wir dann zum Schnorcheln vom bei Flut überspülten Pier des Hausriffs starten sehen wir schon die ersten bunten Papageien-und Zebrafische sich im seichten Wasser der glasklaren Lagune tummeln. Später fahren wir zum Lunch im Schwesterresort mit anschließendem Inselhopping. Lagen pflegt anders als das sehr naturbelassene Minilocden Stileiner gepflegten tropischen Hotelanlage. Wir genießen das Mittagessen mit Aussicht auf wunderschöne Gärten und einen herrlichen Pool und beneiden die Gäste hier um den allabendlichen Blick auf die untergehende Sonne. Danach verlassen wir Lagen Island, um auf einer unscheinbaren Einheimischeninsel eine Höhle gleich neben dem kleinen Strand zu besuchen, durch deren Eingang wir nur kriechend hindurchpassen. In der nur durch drei Löcher im Höhlendom mit Licht versorgten Höhle mit sandigem Grund ist es schummrig und kühl. In einer Spalte sehen und hören wir kleine Fledermäuse. Als wir wieder aufs Boot gehen, erscheint uns das Meer noch einladender und schöner als zuvor. Und als hätten wir geahnt, wohin die weitere Reise geht: Nach wenigen Minuten ankern wir in der Mitte von zwei mit einem Sandstreifen verbundenen Inseln. Endgültig macht sich bei uns das Südsee-Feeling breit- so schön ist es hier. Und es kommtnoch besser: Alle anderen Inselhüpfer wollen lieber den kleinen Aussichtspunkt auf der Insel erkunden, so dass wir ganza llein bis zuden Waden im Wasser über die menschenleere Sandbank waten und vollkommen vergessen, wie unser Alltag im fernen Deutschland aussieht. Es ist ein wunderbares Erlebnis! Am späten Nachmittag kehren wir zurück nach Miniloc, unsere kleine Pirateninsel, auf der alles etwas einfacher, kleiner und ursprünglicher ist und wem außer uns wird das Dinner schon direkt am Strand serviert? Und noch dazu mitselbst gefangenem Fisch? Der kleine Angeltörn in der goldgelben Abendsonne ist für uns der perfekte Ausklang unseres Kurzbesuchs im Paradies. Ich selber nutze den Morgen unserer Abreise noch dazu, mir aus dem halbierten Kokospalmwedel einen Hut zu flechten. Und damit habe ich das El Nido-Credo nun doch noch durchbrochen: Ich habe zwar all die wunderschönen Muscheln schweren Herzens am Strand belassen, aber mein Hut aus El Nido ist mit mir nach Hause geflogen. Und auf meinem Schreibtisch erinnerter mich nun immer wieder an dieses kleine philippinische Paradies im südchinesischen Meer.

Quelle: Philippinisches Fremdenverkehrsamt Daks F. Gonzales