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22.11.2017 : 10:23 : +0100


Reisebericht Ägypten

Bericht: Peter Brehmer
Foto's: Tonio Ruschin

 

 

In Marsa Alam anzukommen ist wesentlich entspannender als in Hurgada, da es hier nahezu beschaulich zugeht. Auch der Transfer zum Hotel nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.

Die Einweisung in Modalitäten

 

der ORCA-Basis zeigten, dass Barbara und Hassan alles im Griff haben und genügend interessante Tauchplätze zur Verfügung stehen.

Nach dem DIVE-CHECK, der sehr gründlich und in 1,5 m Tiefe etwas zu flach geraten war, ging es über eine Seegraswiese zu ersten Erkundungen los.

 

Die Bucht ist eingerahmt von zwei Riffen.

 

Das Nördliche ist das Beliebtere. Es hat die besseren Sichtverhältnisse und es ist wirklich nicht einen Meter langweilig. Von der kleinen Seenadel bis zur Riesenmuräne ist alles vertreten.Das Südliche ist ebenfalls interessant, nur die Sichtverhältnisse sind hier oft etwas getrübt.

Beide sind vom Strand aus über eine grosse Seegraswiese zu erreichen, die wohl die eigentliche Attraktion zu bieten hat, die täglich anwesenden 5 Schildkröten von beachtlicher Grösse, sowie die Seekuh, die wir oft zur Nachmittagszeit angetroffen haben.Da fangen aber auch die Probleme an. Nicht nur die Gäste des Hotels und des 10 Autominuten entfernten Schwesterhotels tauchen hier.

Es kommen Taucher von anderen Basen mit Bussen hierher. Des weiteren liegen ausserhalb eines abgesperrten Bereichs zahlreiche Tauch und Safarischiffe, deren Taucher auch noch hinzukommen.Ein grosses Problem für die Zukunft dürfte die wachsende Zahl der Schnorchler werden.

 

Ich habe bisher nirgendwo eine so grosse Anzahl gesehen, muss aber auch zugeben, das sich sowohl die Riffe als auch die Wiese gut zum Schnorcheln eignen. Bei allem Verständnis dafür, dass jeder aussergewöhnliche Fotos mit nach Hause nehmen möchte, aber wenn den Tieren nur noch ein Quadratmeter Wasseroberfläche zum atmen bleibt, artet Tierbeobachtung in ein unakzeptables Specktakel aus. Es ist wohl nur der Ruhe und Gelassenheit der Tiere zu verdanken, dass wir sie hier noch beobachten können. Die Frage ist, wie lange sie sich diese Gelassenheit noch bewahren können und sich nicht einen ruhigeren Platz suchen.Denn spätestens, wenn der im Bau befindliche riesige Hotelkomplex in der Bucht fertiggestellt ist, wird der Druck auf Tiere weiter zunehmen.

Deshalb kann man die Bemühungen von Barbara und Hassan nur unterstützen, bestimmte Regeln durchzusetzen.

Es ist zu hoffen, dass das Verlangen nach Westenpflicht für Schnorchler erfolgreich ist. Eine Einschränkung der Anzahl von Tauchern wäre auch akzeptabel.. In unser aller Interesse.Um nicht nur mit erhobenen Zeigefinger zu berichten, muss man sagen, dass auch die mit Bus oder Boot angefahrenen Tauchspots (einschliesslich Elphinstone ) Sehenswertes zu bieten hatten.Für Liebhaber von Grossfisch kamen Delfine vorbei, für Makrofans gab es Geisterpfeiffenfische. Dazwischen war die ganze Palette vom Krokodilsfisch, Zackenbarsch, Kugelfisch, oder Sephia zu sehen.Wer kurze Wege liebt und nicht soviel Komfort braucht ist im Hotel an der Basis gut aufgehoben, da man seine Tauchgänge frei einteilen kann.Man muss allerdings damit leben, das jeden Donnerstag die Stranddisco bis sehr spät in der Nacht stattfindet und das in einer Lautstärke wo auch professioneller Gehörschutz versagen würde.Die weitaus schönere Anlage bietet das Schwesterhotel und auch die anspruchsvollere Verpflegung. Der Nachteil ist, dass man immer den Transfer zur Basis in Kauf nehmen muss und keine Möglichkeit hat eventuell Akkus zu nachzuladen.

Insgesamt erlebt man dort einen sehr interessanten Tauchurlaub zumal wenn man vorher weder Schildkröten noch einer Seekuh aus kurzer Distanz begegnet ist.