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22.9.2017 : 9:59 : +0200


Subex Air 28 contra PADI - Nitrox 32 - Nirtox Brevet Ja oder Nein ? - ( Mitschnitt )


Montag, 22.01.2006 - (c) Divers Travel Guide - Düsseldorf 21.01.2007 11:00 Uhr

Moderator zu Einleitung:

Nitrox, hier gibt es ja unterschiedliche Meinungen, wie damit getaucht werden kann, einerseits " mit Brevet" andererseits "ohne Brevet".

Johann Vivian - Subex -
Wir brauchen kein Spezialbrevet um damit zu Tauchen

Thomas Legassa - PADI -
Wir brauchen ein Spezialbrevet um zu wissen, wie die Leute damit umgehen können.

Weiter stehen für die Fachkompetenz zwei Spezialisten mit auf der Bühne, zum einen der Prof. Dr. Dieter Weiger ( Mediziener und Chemiker) und Dr. Joachim Schiffke Physiologe

Bitte ein Statement beider Seiten:

Johann Vivian SUBEX: Wir brauchen KEIN Spezialbrevet, weil wir mit der Sicherheit kein Geld verdienen wollen, die unsere Kunden brauchen.

Thomas Legassa PADI: Wie in allen Bereichen des Tauchens und gerade im Anfängerbereich brauchen wir eine Ausbildung, um mit dem Gas richtig und vernünftig umgehen zu können.

Moderator: Ausbildung muss sein, aber warum nicht mit Air 28 ?

Subex: wir bilden auf der Grundlage des normalen Tauchscheins aus, sowie
mit normalem Luftgemisch ( 21 % Sauerstoff = Air 21 )

Wir bringen unseren Kunden genau das Gleiche bei, was alle anderen Organisationen auch machen.

Darin ist sich die Szene einig.

Nur bei uns bekommt der Kunde von Anfang an das 28% Gemisch und bilden Sie so aus, wie sie mit 21% Gemisch tauchen würden.

Ja es gibt Tabellen für Nitrox, braucht ihr aber nicht, wenn Ihr die Sicherheitsmarge wie bei normalen Tauchgängen einhaltet.

Es ist für mich keine Frage der Technik es herzustellen , da alle Basen im Resortbereich in der Lage sind es herzustellen(das Gemisch - Anmerkung DTG). Es ist eher eine Frage des „Kartenverkaufes“ – ihr verkauft euren Kunden Karten, wir verkaufen unseren Kunden keine Karten, wir verkaufen Ausbildung.

Moderator zu PADI: Ist es so, Ihr wollt einfach nur damit Geld verdienen und deshalb wird es angeboten ?

Thomas Legassa - PADI

Natürlich nicht, wir sehen aber auch, dass der Markt immer neue Impulse braucht, die Leute wollen nicht immer nur das Gleiche machen.

Die Leute wollen nicht einfach nur Ihren Grundtauchschein machen, wollen auch mal in der Nacht tauchen gehen, mal etwas tiefer tauchen, in Höhlen oder auch mal mit anderen Gasgemischen tauchen.

Es ist ja nun so, dass 21 % kein groß- artiger Unterschied zu 28% darstellt.

Ich verstehe den Standpunkt der Sicher- heitsmarge, aber wenn man nun einmal auf eine andere Basis kommt, oder mal in Australien... taucht, brauch man einen Nachweis, dem Tauchlehrer, der Tauch-basis gegenüber, dass der Taucher mal die Informationen erhalten hat, dass er es erlernt hat und nicht von vorn anfangen muss.

In diesem Sinne:  Brevet auch als Nachweis.

Moderator: Ja, das Brevet als Nachweis für andere Tauchbasen:

Johann Vivian SUBEX: Es ist uns allen bekannt und auf der PADI Homepage nachzulesen, dass die Urlaubstaucher, und das sind über 70 % aller Taucher weniger als 10 % mit Nitrox tauchen.

Und von diesen 10 % versucht PADI über das Brevet Geld zu verdienen.

PADI ist weltweit auf dem meisten Resorts und Basen vertreten, und wenn PADI nun sagt, dass auf allen Basen Sicherheit in Form von Nitrox angeboten werden soll, wird Sicherheit in Form eines Brevets VERKAUFT, statt angeboten.

Wir verdienen am Tauchen und nicht am Verkauf von Karten ( Brevets )

Moderator: Ich möchte zu diesem Aspekt der Sicherheit noch bei den Experten nachfragen, damit diese auch einmal zu Wort kommen.

Ich habe hier die PADI Tabelle vorliegen, die sagt, Tauchtiefe maximal 40 Meter und ein Partialdruck von 1,4 bar.

Air 28 unter stark verringertem Risiko in Bezug auf Sauerstoffvergiftung...
Ist es wahr, dass mit einem erhöhten Sauerstoffanteil die Gefahr einer Dekompression und /oder einer Sauerstoffvergiftung stark verringert
wird ?

Dr. Joachim Schiffke Physiologe: Entsprechend den Tauchgewohnheiten und den Vorgaben, die hier gemacht werden ist das völlig korrekt. Insbesondere bei einer Tauchtiefe von nicht mehr als 40 Meter gibt es kein Risiko und die Leute sind auch am Tag nach dem tauchen besser drauf.

Moderator: Ja, das Brevet als Nachweis für andere Tauchbasen:

Johann Vivian SUBEX: Es ist uns allen bekannt und auf der PADI Homepage nachzulesen, dass die Urlaubstaucher, und das sind über 70 % aller Taucher weniger als 10 % mit Nitrox tauchen.

Und von diesen 10 % versucht PADI über das Brevet Geld zu verdienen.

PADI ist weltweit auf dem meisten Resorts und Basen vertreten, und wenn PADI nun sagt, dass auf allen Basen Sicherheit in Form von Nitrox angeboten werden soll, wird Sicherheit in Form eines Brevets VERKAUFT, statt angeboten.

Wir verdienen am Tauchen und nicht am Verkauf von Karten ( Brevets )

Moderator: Ich möchte zu diesem Aspekt der Sicherheit noch bei den Experten nachfragen, damit diese auch einmal zu Wort kommen.

Ich habe hier die PADI Tabelle vorliegen, die sagt, Tauchtiefe maximal 40 Meter und ein Partialdruck von 1,4 bar.

Air 28 unter stark verringertem Risiko in Bezug auf Sauerstoffvergiftung...
Ist es wahr, dass mit einem erhöhten Sauerstoffanteil die Gefahr einer Dekompression und /oder einer Sauerstoffvergiftung stark verringert
wird ?

Dr. Joachim Schiffke Physiologe: Entsprechend den Tauchgewohnheiten und den Vorgaben, die hier gemacht werden ist das völlig korrekt. Insbesondere bei einer Tauchtiefe von nicht mehr als 40 Meter gibt es kein Risiko und die Leute sind auch am Tag nach dem tauchen besser drauf.

Moderator: Seien wir doch mal ehrlich, ich kenne das aus eigener Erfahrung, – max. Tauchtiefe von 40 Meter, wenn ich ein Wrack auf 50 Meter habe, da gehe ich doch auch mal auf 50 Meter.

Mit normaler Luft war es so bei 70 Meter, wo es dann gefährlich wurde, aber 50 Meter ist so ein Ding, da sind schon viele gewesen, ...

Dr. Joachim Schiffke Physiologe Also wir wollen nicht anfangen zu feilschen, wir können auch ab 40 Meter Unfälle haben, die nichts mit dem Sauerstoff zu tun haben und wenn wir auf 50 Meter gehen, so wird das Gas nicht schlagartig toxisch, es ist genau wie beim Tiefenrausch,... er kann eintreten, er kann nicht eintreten, aber er muss nicht automatisch bei 40 Meter eintreten.

Moderator- An den Chemiker, wie sind die Zusammenhänge ?

Dr. Dieter Weiger - Es gibt nicht „DEN STANDARTTAUCHER“ das ist das Problem, – jeder Taucher reagiert individuell, .. aber eine Anmerkung ( an den Moderator ) sie haben gesagt, bei 70 Meter kann es gefährlich werden, und man geht ab und zu mal auf 50 Meter, hier sehen ich den Sicherheitsaspekt.

Mit Air 28 bis auf 40 Meter Tauchen ist sicher und auch bei 50 Meter, da ist die Sicherheitsmarge drin!

Zweitens, Sie haben durch den verminderten Stickstoffgehalt einen absoluten Zusatzgewinn und was PADI eh sagt, dass man nur bis 40 Meter als Sporttaucher tauchen soll und wenn der Taucher weiß, unterhalb dieser Marke wird der Sauerstoff toxisch, dann ist das die Information, die der Taucher brauch.

Mehr Informationen brauch der Taucher nicht.

Und deshalb, unter der Voraussetzung, dass er im Luftmodus taucht, KEIN Zusatzbrevet.

Also, ich habe bereits etliche Jahre an der Uni gelehrt und ich bin ein Fan von Weiterbildung, aber in diesem Fall, eine Verpflichtung ein Brevet zu haben, finde ich NICHT für richtig.

Und wenn man es genau nimmt, es gibt so viele Brevets, die man nicht haben muss und mich hat noch nie jemand gefragt, ob ich ein Brevet habe, wenn ich mit Nitrox tauche.

Also ich denke, für DIESE bestimmte Mischung ist kein Brevet erforderlich und ich bin der Meinung, wenn wir es überall im Tauchsport schaffen würden, mit Air 28 zu tauchen, hätte wir viel für die Sicherheit gewonnen.

Moderator: Also aus medizinischer Sicht zu empfehlen mit Air 28 zu tauchen.

Aber das Thema war ja das Brevet. Wenn wir es schaffen würden, überall mit Air 28 zu tauchen wäre der Kommerz weg und es wäre auch kein Zusatzbrevet mehr erforderlich.

vrnl: Johann Vivian SUBEX, Dr. Joachim Schiffke, Dr. Dieter Weiger , Thomas Levgassa PADI

Thomas Legassa – PADI:

Das ist natürlich alles wahr, was gesagt wurde, wenn der Wuschtraum erfüllt werden würde überall mit Air 28 zu Tauchen, und zwar im ganz normalen Luft Modus, hätten wir tatsächlich einen Gewinn in Punkto Sicherheit.

Zweifellos, man bräuchte nicht großartig theoretische Kenntnisse, aber ich sagte Wunschtraum, denn es muss auch gewährleistet sein, dass ich auf einer anderen Basis auch wirklich Air 28 bekomme. Aber für die Basen jetzt im Moment gar nicht durchführbar, denn die Basen benötigten zusätzliche Füllanlagen und die sind nicht ganz billig.

Es setzt sich immer mehr durch und gerade von unserer Seite ( PADI ), Nitrox ist eine wunderbare Sache, kostet aber eine Menge Geld, und die Frage ist: Wer trägt die zusätzlichen Kosten ?

Dr. Joachim Schiffke Physiologe: Ich möchte mal dazu etwas sagen, ich glaube, die Betriebswirtschaftler bei PADI machen einen Fehler.

Ich bin mir sehr sicher, auf den Basen wo mit Air 28 getaucht wird, da gibt es keine Dekounfälle. Rechnen Sie einfach die Kosten, die entstehen bei einer Rettung. Ich denke, dass sich das auszahlt, wenn ich die Leute nach Hause schicke und sie sind alle gesund !

Moderator: Das ist mit Sicherheit richtig, aber ich kann mir auch vorstellen, dass die Basen sagen, da entstehen mir sofort zusätzliche Kosten und so schlimm wie sich das anhört, bei einem Tauchunfall trage ich als Basis die Kosten nicht.

Der kommerziell denkende Mensch sagt sich, ich riskiere doch lieber einen Tauchunfall, als dass ich jetzt 10.000 oder 15.000 Euro investiere um meinen Kompressor so umzurüsten, dass ich problemlos Air 28 einfüllen kann.

Johann Vivian SUBEX: Ich bin auch Unternehmer, ich habe auch überlegt !

PADI sagt, mach Deine Träume wahr, werde PADI Tauchlehrer. Es ist der Job, Träume zu verkaufen und sie würden sich in das eigene Fleisch schneiden, wenn die Brevetierung wegfallen würde.

Fakt ist, dass bereits jetzt die meisten Anlagen Air 28 füllen können.

Wir machen nicht auf Kosten unserer Kunden so ein Geschäft !
Ein toter Taucher ist kein gutes Geschäft, der bringt mir kein Geld mehr.

Wenn ich jedoch dem Taucher bereits bei der Ausbildung das Gas zu Verfügung stelle, reduziere ich das Risiko und lasse ihn mit der normalen Tabelle tauchen.

Dr. Dieter Weiger: Ich halte es für sehr gefährlich zu sagen, das verursacht Kosten. So hat man bisher jede Entwicklung kaputt gemacht.

Ich würde sagen, wenn wir es schaffen würden, dass 10 Prozent der Tauchbasen mit Air 28 ausgerüstet sein würden, ist das schon einmal ein riesiger Gewinn an Sicherheit und der Markt würde aller Wahrscheinlichkeit nach die Sache regulieren...

Das Argument, es geht nicht, gibt es nicht !

Moderator: OK, wir würden mit unseren normalen Computern und Tabellen tauchen und jeder hat im Hinterkopf, ich bin auf der sicheren Seite, aber keiner weiß, wie weit bin ich damit auf der sicheren Seite!

Jetzt habe ich 7 % mehr Sauerstoff in der Flasche, wie wirkt sich das auf meine Nullzeit aus? Da entstehen bei manchen Leuten im Kopf ganz wirre Rechnungen und dann ist die Gefahr, dass da etwas passiert !

Dr. Dieter Weiger: Wir haben doch vorhin genau diese Rechnung gemacht......

( technische Diskussion zwischen der Anzeige des Computers und der „Anzeige“ in meinen Kopf obwohl bereits geklärt war, dass die Diskussion auf der Grundlage des Tauchens nach normaler Luft stattfinden soll..... Diskussion wurde von der Redaktion gekürzt )

Moderator beendet mit den Schlussworten der Diskussionsteilnehmer.

Fotograf Rolf Gross bittet nach der Diskussion die "Streihähne" nach vorn für ein gemeinsames Foto mit Händedruck ... Danke

 

- Quelle & Bildrechte Divers Travel Guide