Vergiftung - Taucherkrankheiten, Taucherkrankung, Tauchunfall
Man unterscheidet primäre und sekundäre Verletzungen und Infektionen. Meersbewohner setzen ihr Gift sowohl zur Verteidigung als auch zum Beutefang ein.
Prinzipiell wird in aktive Giftübertragung (Injektion, Biss) und passive (z.B. Ausscheiden oder Fischvergiftungen durch Essen) unterschieden.
Der Verlauf einer Vergiftung hängt von der Mischung und von der dosierten oder injizierten Menge ab.
Schwämme
Schwämme verfügen zwar über keinen speziellen Giftapparat, aber auf ihrer Oberfläche siedeln Kiesel- und Kalkalgen, die bei Berührung Hautreizungen hervorrufen, die oft mehrere Tage anhalten können. Therapie: Stellen mit viel Wasser ausspülen, zurückgebliebene Stacheln mit Pinzette oder Klebeband entfernen.
Nesseltiere
Nesseltiere (wie Quallen, Anemonen oder Blumentiere) übertragen Ihr Gift durch Kapseln.
Die meisten der 8000 Arten sind für den Menschen ungefährlich und erzeugen keine oder nur geringfügige Reizerscheinungen.
Die gemäßigten Nesselvergiftungen verursachen Rötungen, Schmerzen, Schwellungen und allergische Reaktionen.
Therapie:
Auf der Haut sichtbare Kapseln vorsichtig mit Pinzette entfernen, Stellen mit Sand bedecken und die Kapseln leicht abreiben, zum Spülen nur Meerwasser benutzen. Auf keinen Fall mit Alkohol oder Süßwasser reinigen, denn hierdurch können die restlichen Kapseln geöffnet werden! Salben (Fenistil, Kortison) reduzieren nicht immer die Reize.
Portugiesische Galeere
Das Gift der Portugiesischen Galeere kann einen Menschen töten.
Bei Vergiftungen durch die portugiesische Galeere können zu Übelkeit, Erbrechen bis hin zu starken Störungen des Bewusstseins und des Herzkreislaufsystems führen.
Therapie: Nach der Bergung sofort Lebensfunktionen testen und ggf. Wiederbelebung einleiten, Nesselkapseln mit Essig entfernen und unmittelbar die betroffene Person in ärztliche Behandlung übergeben !
Skorpionfische
Die bekanntesten Vertreter der Art wie Drachenköpfe, Rotfeuerfische und Steinfische setzen Ihre Giftstacheln zur Verteidigung ein.
Symptome: Die Vergiftungserscheinungen reichen von gering bis lebensbedrohlich und äußern sich durch Schwellungen und Schmerzen an den betroffenen Stellen der Übertragung, Übelkeit, Schweißausbrüche, Blässe, allergische Reaktionen wie Kreislaufstillstand (Steinfisch).
Therapie: Bei leichten Verletzungen (Drachenkopf) reicht meist ein Schmerzmittel bei lebensbedrohlichen Vergiftungen durch Steinfische muss ein Gegengift durch einen Arzt verabreicht werden.
Kegelschnecken
Kegelschnecken verfügen über hochgiftige Pfeile, die durch Berührungen Vergiftungen verursachen.
Symptome: Bei Menschen kann der Kontakt mit diesen Pfeilen nach wenigen Minuten Taubheitsgefühle bis Lähmungen auslösen. Unter die bekannten Lähmungserscheinungen fallen Sprachschwierigkeiten, Schluckbeschwerden, Atemlähmungen und Bewusstlosigkeit.
Therapie: Es gibt noch kein spezielles Heilmittel gegen dieses spezielle Gift. Die betroffene Person muss unmittelbar in ärztliche Behandlung/ Klinik überführt werden. Bei Atemstillstand sofort Beatmung vornehmen.
Schlangenbisse
Bei Schlangenbissen besteht sofern ein Gegenmittel nicht sofort zur Hand ist, nur dann eine Chance zur Rettung, wenn das Tier gerade ein Großteil seines Giftes zum Beutefang eingesetzt hat oder eine schwach durchblutete und durch Hornhaut geschützte Stelle betroffen ist. Unterwasserschlangen übertreffen Landschlangen in ihrer Giftigkeit !
Therapie:
Sofort ins Krankenhaus, Gegenserum; genaue Tierbezeichnung nennen!
Allgemeine Checkliste bei Vergiftungen
- Ruhe bewahren
- keine Anstrengungen, wenig bewegen, bei Nesseln weiteres Platzen der Kapseln vermeiden
- aus dem Wasser
- Schocklage
- betroffene Stellen hoch lagern
- enge Kleidung ausziehen
- Kontrolle der Herz- und Kreislauffunktionen, ggf. Beatmung / Wiederbelebungsmaßnahmen
- ärztliche Hilfe
- Tieridentifikation dem Arzt anzeigen
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