Sie sind hier: Tauchsport / Tauchgrundlagen / Tauchausbildung / Tauchausbildung im Wandel
20.11.2008 : 13:30 : +0100


Tauchversicherung

Taucher müssen versichert sein! 

Anzeige

Tauchausbildung im Wandel der Zeit

Artikel v. Jörg-Olrik Graul

"e-learning" bei der Ausbildung, neue Aufgaben der Tauchlehrer

Der Tauchlehrer sitzt mit den Tauchschülern direkt am Strand, es wird gelacht. Der Tauchlehrer hat eine Folienmappe in DIN A4 aufgestellt, blättert bei Bedarf immer eine Seite weiter um, und unterrichtet so das Modul zwei der Theorie eines Anfängerkurses.

So war es in den Siebzigern und frühen Achtzigern. Dann hielt eine Revolution Einzug in die Tauchbranche, der OH (Overhead Projektor). Es wurden für viel Geld Folien gedruckt, die dann modular, in geschlossenen, extra abgedunkelten Räumen, mit dem OH gezeigt wurden.

Anzeige

Die abgedunkelten Räume bereiteten dem einen oder anderen, der die Theorie am Abend, nach der Arbeit, noch aufnehmen musste doch schon des öfteren Schwierigkeiten. Nicht selten landete der eine oder andere schnell in Orpheus Armen.

Mitte der Neunziger mit Einzug der Computer Technologie, dann ein Riesenschritt in Richtung super professionellen Auftritt für die Kursteilnehmer. Der "Beamer".

Bis zum heutigen Tag, wird dies wohl die optimalste Möglichkeit des Instruktors sein, professionell Bilder, selbst entwickelnde Tabellen, Texte, und vieles mehr vom feinsten aufbereitet dem Student zu servieren. 

In der Kombination zum Beispiel mit Tafelanschrieb und Demonstrations-Objekten gnadenlos gut.

Nun ist wohl in naher Zukunft der nächste "große Schritt" im werden.

Das Zauberwort der heutigen und kommenden Zeit "e-learning"

Damit ist das alleinige lernen zu Hause am Computer gemeint. Der Einsteiger in den Tauchsport allein mit seinem Computer.

Das kann geschehen, wann immer der Proband möchte, ob Tag, ob Nacht, am Wochenende, bei der Arbeit, wenn man sich nicht erwischen lässt, oder man die Möglichkeit hat.

Die großen Organisationen im Tauchsport sind sich einer Meinung. Es wird so kommen. Jeder werkelt an einer Betaversion, und wer jetzt nicht anfängt darüber nachzudenken und nicht mit der Zeit geht, der wird von der Zeit vergessen werden. Schnell und lautlos.

Immer schneller prasseln die Informationen auf jeden von uns herab. Immer mehr, schneller, kompakter, anspruchsvoller aufbereitet. Viele von uns verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm. Oft ist die Zeit vor dem Bildschirm länger, als die Zeit, die man mit der Familie oder Freunden verbringen kann.

Es zerreist mich als Vollblutausbilder, Trainer und Coach. Da schlagen zwei Herzen in mir.

Auf der einen Seite bin ich neugierig auf alles, auf das "Neue". Aufgeschlossen arbeite ich sofort im Geiste die neuen Möglichkeiten durch, wie man dieses neue Werkzeug anwenden kann.
Die Möglichkeiten der Didaktik (Didaktik = die Lehre zu lehren).

Die großen Möglichkeiten sich neue Kundenkreise zu erschließen. Kunden, die bisher aus Zeitmangel, wegen Schichtarbeit, langer Arbeitszeiten bis in die Nacht, oder Bereitschaftsdiensten wie bei zum Beispiel Beamten, oder Ärzten, nicht an einem Tauchkurs teilnehmen konnten.

Wo viel Licht ist, ist auch immer viel Schatten.

Sofort quittiert mein Ausbilder Herz die andere Seite der Medaille mit einem unangenehmen Stechen in der Brust.

Was ist mit dem vermitteln von Randwissen, dass oft bei der Theorie in der Gruppe den Lernstoff und das Gefühl für das Tauchen und die Unterwasserwelt vertieft hat?

Der Aufbau von einer so wichtigen Vertrauensbasis zwischen Instruktor und Student während der Theorie, die bei Stress zum Beispiel bei der Poolausbildung oft geholfen hat, Situationen glimpflich abzufangen.

So wurde dem Student nicht die Freude am Tauchsport genommen, und der Schüler, der die Ausbildung weiter gemacht hatte dankte es mit diesem Lächeln, das einen Tauchlehrer immer wieder beflügelt, weiter zu machen.

Die eine oder andere Anekdote oder Geschichte mit der man mit persönlicher Kompetenz bestimmte Lerninhalte erklären, oder vertiefen konnte.

Wie wird das "e-learning Programm" verkauft, vermarktet und die Weitergabe der Programme kontrolliert? Vor allem von wem? Werden die Tauchorganisationen den Verkauf selbst besorgen, oder dem Tauchshop eine nur kleine Marge abgeben? Schon jetzt sind Kopplungen von Brevetierungskarten (PIC) und Büchern bei manchen Organisationen vorgeschrieben, sodass der Kunde unbedingt ein Buch kaufen muss, bei kleinen Margen des Shops.

Wird es ein Geschenk der Verlage, wenn man ein Jahresabo abschließt?

Wird das Buch z. B. durch eine in der Herstellung und Kopie sehr günstige CD/DVD mit einem "e-learning Programm" ausgestattet, wie finanziert der Tauchlehrer dann seine Tauchschule?
Der Betrieb einer Tauchschule kann schon jetzt kaum mit den oft ruinösen Kursgebühren die es im Markt gibt, aufrechterhalten werden.

Wenn nun noch etwas wegbrechen wurde, egal welcher Teil von den Kursgebühren und warum, ist selbst mit der besten Mischkalkulation kaum noch eine Tauchschule zu halten.
Der zum Teil chaotische und wirtschaftlich nicht nachvollziehbare Versandhandel besorgt dann den Rest.

Es ist immer so gewesen, dass der Markt alles regeln wird.
Seien wir also gespannt, zu welcher Richtung sich der Zeiger der Waage bewegen wird.

Veränderungen egal wie sie kommen, kehren sind unter dem Strich, als Quintessenz gesehen immer zu allerletzt in das Positive.

Der gut ausgebildete Tauchlehrer wird mit Kompetenz und Freude an seiner Arbeit immer Gelegenheit haben neue Taucher auszubilden, zu begeistern und ihnen die fantastische Unterwasserwelt zu öffnen, in der wir alle zu Gast sein dürfen.


staatl. anerk. Tauchlehrer ITLA
Fachsportlehrer Tauchen
NAUI Course Direktor #31400
NAUI Representative Germany
CMAS Germany Course Dir. 802
PADI Instructor 913 057
DAN Instructor E- 1466
HSA Instructor