Eistauchen Teil 2 - Theorie
Im 2. Teil beleuchten wir die Theorievermittlung in Eistauchkursen der großen Tauchorganisationen.
Zunächst möchte ich aber einmal abklären ab wann man von Eistauchen spricht. Eistauchgänge können schon statt finden wenn zumindest ein Teil eines Gewässers mit Eis bedeckt ist. Den selbst dünne Eisschichten und teilweise zugefrorene Gewässer verhindern ein direktes Auftauchen. Ein öffnen der Eisdecke ist von unten nicht möglich, deshalb kommt eine Rettung auf diesem Wege nicht in Betracht.
Besonderes
Aus Umweltschutz- und Sicherheitsgründen sollte Eistauchen nur bei tragfähigem Eis statt finden. So wird verhindert, das Sedimente aufgewühlt werden und das das Seil sich in Ästen oder anderen Unterwasserhindernissen verfängt.
Eistauchgänge finden nur in bekannten Gewässern und bei Tageslicht statt, das heißt das Eistauchgänge so geplant und durchgeführt werden, das sie rechtzeitig inklusive der Aufräumarbeiten beendet sind. Beim Eistauchen werden keine zusätzlichen Gefahren wie Dekotauchgänge, Nachttauchgänge und weitere eingegangen.
Die Anforderung an die Ausrüstung ist Kaltwassertauglichkeit nach EN 250. In der Theorie erfüllen diese Norm auch Einstiegsatemregler, in der Praxis kann ich nur davon ab raten mit solchen Atemreglern, egal von welchem Hersteller Eistauchgänge durch zu führen. Jeder Taucher taucht mit zwei komplett getrennten Systemen, das heißt: zwei Atemregler, eine Flasche mit zwei unabhängig voneinander absperrbaren Ventilen oder einem Doppelpack und zwei Tariermöglichkeiten, Jacket und Trockentauchanzug.
Die Konfiguration sollte wie folgt aussehen: Hauptatemregler mit dem Hauptautomaten an einem mind. 150 cm langen MD Schlauch und dem Inflatoranschluss für das Jacket. Am Zweitatemregler wird der Octopus und der Inflatoranschluss für den Trockentauchanzug angebracht. Das verhindert das mit einem Atemregler gleichzeitig geatmet und tariert wird und beugt dem vereisen des Atemreglers vor.
Das wichtigste Ausrüstungsteil bei Eistauchgängen ist jedoch das Seil. Dieses sollte schwimmfähig sein, damit es sich nicht in UW-Hindernissen verfangen kann, eine Signalfarbe haben und stark genug sein um 2 Taucher zurück zu ziehen. In der Regel wird mit Buddyline getaucht und das Seil nicht durch geschliffen. Im 3. Teil der Praxis werden wir aber eine weitere Möglichkeit kennen lernen, welche ich persönlich bevorzuge. Eistauchgänge sind keine Tauchgänge bei denen weite Strecken Unterwasser zurück gelegt werden. Die nutzbare Seillänge vom Hauptseil sollte ca. 30 m betragen. Das Seil der Sicherungstaucher sollte ca. 10 m länger sein, damit im Notfall die in Not geratenen Taucher auch sicher gefunden werden können. Beide Seile müssen am Ende an einem festen Punkt fixiert werden, damit diese nicht aus Versehen den Seilführern durch die Hand rutschen und ins Wasser fallen können.
Sollten mehrere Tauchgänge an einem Tag gemacht werden, so ist es sinnvoll die Ausrüstung zwischen den Tauchgängen im "wärmeren" Wasser oder an einem beheizten Ort zu lagern um die Funktionstüchtigkeit aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist auch auf trockenes Atemgas nach EN 12021 zu achten. Ein zusätzlicher Filter z.B. von Aircon oder Nautec, welcher das herkömmliche Wasserschutzrohr ersetzt, verhindert weiterhin das Ventile oder Atemregler durch feuchte Atemluft vereisen.
Der Gas- und Lichtvorrat sind nach der 1/3 Regel zu planen, d.h. 1/3 für den Hinweg, 1/3 für den Rückweg und 1/3 Reserve. Es empfiehlt sich als Atemgas Nitrox zu verwenden, auch wenn Eistauchgänge in der Regel weder tief noch lang sind, so bietet das Nitroygemisch dennoch den Vorteil der Sicherheit, den bei den tiefen Temperaturen nimmt der Taucher wesentlich mehr Stickstoff auf, als bei wärmeren Tauchgängen.
Beim Eistauchen ist besonders auf den Umweltschutz zu achten. Im Winterschlaf befindliche Fische dürfen nicht gestört werden, genauso wie auch ein aufwirbeln von Sediment, insbesondere durch Einstiege vom Ufer, wo das Wasser nicht tief genug ist, sind unbedingt zu vermeiden.
Im 3. Teil werden wir uns näher mit der Praxis befassen.
Hier geht es zum 3. Teil.








