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21.5.2012 : 21:17 : +0200


Eistauchen Teil 3 - Praxis

Im 3. Teil kommen wir nun zur Praxis in Eistauchkursen der großen Tauchorganisationen

In der Praxis werden je nach Organisation zwischen 2 und 4 Tauchgänge im Kurs integriert. Gerade beim Eistauchen bin ich der Meinung das es möglichst viele Tauchgänge sei sollten. Ein guter Eistauchlehrer zertifiziert seine Schüler erst, wenn er hundert Prozent sicher ist das seine Schüler, vor allem die Praxis beherrschen.

Qualität und Tipps

Auch hier hat der VDST eine besonders gründliche Ausbildung mit 4 Freiwassertauchgängen, wobei die einzelnen Tauchgänge aufeinander auf bauen und immer schwieriger werden. Nicht alle Tauchgänge finden unter Eis statt. Der 1. und 2. Tauchgang sind zum erlernen des Tauchens an einem Seil und den entsprechenden Signalen, welche der "normale" Sporttaucher in der Regel nicht beherrscht, vorgesehen. Sinnvollerweise sollte also auch jeder Taucher während der Ausbildung mit der Seilführung vertraut gemacht werden. Ein Wechsel der Gruppen im Wasser und am Ufer sind in der Praxis ohne Probleme möglich. Der 3. Tauchgang ist für das Ventilmanagement vorgesehen, dort soll der Schüler lernen seine eigenen Flaschenventile ohne Hilfe des Tauchpartners bei einer simulierten Vereisung zu bedienen. Zum Abschluss findet der 4. Tauchgang unter Eis statt. Dabei soll in der Praxis eine Prüfung der örtlichen Gegebenheiten, die Handhabung der Ausrüstung bei Minusgraden und der eigentliche Tauchgang unter Eis statt finden.

Ein paar praktische Tipps:

  • Die Ausrüstung mit Handschuhen zusammen bauen um einen Wärmeverlust hier schon zu vermeiden oder gering zu halten.
  • Umziehen in einer warmen Umgebung oder mit dem Unterzieher zum See fahren.
  • Auf jeden Fall warme Kleidung zum wechseln mit nehmen. Es gibt nichts Unangenehmeres als mit nassen Sachen nach Hause zu fahren und zu frieren.
  • Ein dreieckiges Loch im Eis erleichtert das Ein- und Aussteigen in den Ecken.
  • Mit einem Handbohrer und einer Handsäge bleibt einem schön warm vor dem Tauchgang und man schont auch noch die Umwelt.
  • Statt einer Buddyline, ist es auch möglich mit zwei komplett getrennten Seilen zu tauchen.
  • Mit den nassen Tauchsachen nicht lange auf dem Eis oder an anderen kalten Gegenständen aufhalten bzw. anlehnen, sonst ist man sehr schnell fest gefroren.
  • Ein heißer Tee, Kaffee oder Kakao ist genau das richtige um sich nach einem Eistauchgang wieder auf zu wärmen.

Selbstverständlich ersetzt dieser Beitrag, keine Teilnahme an einem Eistauchkurs und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich weise ausdrücklich darauf hin das Eistauchen ohne entsprechende qualifizierte Ausbildung tödlich sein kann.

Fazit: Eistauchen ist ein absolut faszinierendes Hobby und kann sicher durchgeführt werden, wenn man beim Eistauchlehrer seines Vertrauens einen Eistauchkurs erfolgreich absolviert hat. Leichtsinn in jeglicher Form, wird allerdings umgehend bestraft und die Strafe ist beim Eistauchen sehr hoch.

Christoph Küppers