Eistauchen - Tauchausbildung - aus der Praxis eines Tauchlehrers! - Teil 1 -
ein Bericht von Christoph Küppers
NAUI Area Director und CMAS/VDST Tauchlehrer ** mit Abnahmeberechtigung SK Eistauchen
In diesem Jahr gibt es seid langem mal wieder die Möglichkeit Eistauchen zu gehen und so freute ich mich dieses besondere Erlebnis des Tauchens wieder genießen zu können.
Diese noch gespenstischere Stille, diese Konzentration auf das wesentliche, der Klang des Atemreglers und der Ausatemluft, welche die Stille durchbrechen und einem noch bewusster werden.
Das Gefühl, bei der Rückkehr zum Einstiegsloch, durch das Seil gesichert, dem Loch im Eis entgegen zurück zur Oberfläche zu schweben.
Vorweg, Eistauchen ist nur für im Eistauchen ausgebildete Taucher, welche sich an die in Ihrem Kurs gelernten Regeln halten, relativ ungefährlich.
Wer nicht im Eistauchen von einem erfahrenen Tauchlehrer mit der Abnahmeberechtigung Eistauchen ausgebildet wurde oder sich nicht bis ins kleinste Detail an das im Kurs gelernte hält, geht ein tödliches Risiko ein.
Beim Eistauchen gibt es keinen Platz für Kompromisse. Das zeigen immer wieder Eistauchunfälle gerade hier bei uns in Deutschland.
Teil 1 - Überblick
Im 1. Teil möchte ich einen kurzen Überblick über die Voraussetzungen zur Teilnahme bei den großen Tauchorganisationen geben.
Die Voraussetzungen sind doch recht unterschiedlich, eine Gemeinsamkeit jedoch haben alle Organisationen. Eistauchen kann erst erlernt werden, wenn man mehr als nur ein Anfängerbrevet besitzt, also mindestens die zweite Stufe erreicht hat, sei es NAUI Advanced Scuba Diver, CMAS/VDST ** oder ein anderes äquivalentes Brevet einer anerkannten Tauchorganisation und mindestens 18 Jahre alt ist.
Unterschiede
Dann erfolgen allerdings die Unterschiede, bei einigen sind keine weiteren Voraussetzungen nötig was bedeutet das man im Extremfall nur 9 Tauchgänge haben kann.
Bei anderen sind zwischen mindestens 50 und 100 Tauchgänge unter verschiedenen Bedingungen vorgeschrieben.
Bei einigen Tauchorganisationen gehört Eistauchen in den Bereich des Technical Diving, weil zusätzliche Ausrüstung und die besonderen Bedingungen des Eistauchens, eine ganz andere Ausbildung als im Sporttauchbereich üblich verlangen.
Als abnahmeberechtigter Eistauchlehrer, sehe ich die Sicherheit immer wieder im Vordergrund, deshalb ist für mich neben der zweiten Stufe des Tauchbrevets die Anzahl von mindestens 100 Tauchgängen, das blinde beherrschen der eigenen Tauchausrüstung und sehr gute Tauchfertigkeiten als Voraussetzung zum Eistauchkurs sehr wichtig.
Selbstverständlich werden die speziellen für das Eistauchen erforderlichen Fähigkeiten im Kurs erlernt.
Weitere Voraussetzungen werden an die Ausrüstung gestellt. Neben zwei getrennten Atem- und Tariersystemen, gehört die Tauchlampe, zwei schwimmfähige stabile Seile mit ca. 50 m Länge, ein Notfallkoffer mit Sauerstoff, eine Gelegenheit zum aufwärmen, spezielles Werkzeug zum öffnen des Eisloches und noch einiges andere dazu.
Im Kurs selber sind zwischen 2 und 4 Stunden Theorie vorgesehen und in der Praxis 3 bis 4 Tauchgänge. Dabei müssen nicht bei allen Organisationen alle Tauchgänge des Kurses unter Eis statt finden.
Im Gegenteil sollen die Eistaucher zunächst mal den Umgang mit dem Tauchen an einer Leine, dem Ventilmanagement und der zusätzlichen Ausrüstung machen, ohne schon ein "Dach" über dem Kopf zu haben.Am Umfangreichsten sind die Vorausetzungen und die Anforderungen im Kurs bei CMAS/VDST und deshalb auch meine Empfehlung für alle die Eistauchen richtig und gefahrlos erlernen und später Eistauchgänge sicher durchführen möchten.
Der VDST hat 2006 entsprechende neue Standards herausgebracht und seine Tauchlehrer mit Abnahmeberechtigung Eistauchen seitdem entsprechend geschult. Beim VDST erfahrt Ihr auch, welcher Tauchlehrer in Eurer Nähe den Spezialkurs Eistauchen unterrichten darf.
Im 2. Teil werden wir uns näher mit der Theorie befassen.
Hier geht es zum 2. Teil.









