Segel-Regatta News: Großes Finale im Volvo Ocean Race 2008/2009
Wassersport New: Riesen-Stimmung in St. Petersburg - Telefónica Black sichert sich zehnte und letzte Etappe - Ericsson 4 sicherer Gesamtsieger. Insgesamt 127 Tage, 7 Stunden, 46 Minuten und 17 Sekunden hatte die Crew um den brasilianischen Star-Skipper Torben Grael auf See verbracht.
Köln. Zehntausende Zuschauer säumten die Ufer der Neva und jubelten den acht Teams - auch das früh ausgeschiedene Team Russia war dabei - des Volvo Ocean Race zu und feierten die letzten Helden der Weltmeere. Rund 37.000 Kilometer hatten die Yachten zurückgelegt und dabei elf Häfen in zehn Ländern auf fünf Kontinenten angesteuert.
Die letzte Etappe über 400 Seemeilen (circa 700 Kilometer) von Stockholm nach St. Petersburg gewann die spanische Telefónica Black vor der Puma und der Telefónica Blue. Platz fünf ging an die schwedische Yacht Ericsson 4, die schon vor der Schlussetappe uneinholbar in Führung gelegen und sich den prestigeträchtigen Gesamtsieg gesichert hatte.
Insgesamt 127 Tage, 7 Stunden, 46 Minuten und 17 Sekunden hatte die Crew um den brasilianischen Star-Skipper Torben Grael auf See verbracht. 127 Tage voller Strapazen einmal rund um die Welt. Wer die Aktiven in St. Petersburg beobachtete, sah zwar glückliche Gesichter, aber müde Augen. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Segler erst einmal anderes im Sinn haben, als segeln. „Ich fahr erst mal nach Hause und streich mein Haus an", sagte Stu Wilson von der Delta Llloyd.
Rob Salthouse von der Puma meinte: „Ich freue mich auf meine Familie und werde meine Rolle als Vater genießen." Magnus Olsson, Skipper der Ericsson 3 stellte fest: „Es war unglaublich hart. Wir sind alle an unser Limit gegangen und darüber hinaus. Ich brauch' eine Pause, eine lange Pause." Bei einigen Aktiven ging der Blick schon wieder voraus: „Ich liebe dieses Rennen und kann mir gut vorstellen, noch zwei oder drei Mal daran teilzunehmen", sagte Rennveteran Stu Bannatyne von der Ericssson 4, der bereits fünf Weltumseglungen hinter sich hat. Iker Martinez und Xavi Fernandez von der Telefónica möchten 2012 noch einmal nach olympischem Edel-Metall greifen.
Keine Frage, erschöpft waren sie alle, gezeichnet von den mitunter unmenschlichen Anstrengungen und doch lag immer auch ein bisschen Wehmut in den Stimmen, weil das große Abenteuer nun erst einmal vorbei ist. Bouwe Bekking, Skipper der Telefónica Blue, brachte es auf den Punkt: „Wenn du zwei, drei Jahre in so eine Kampagne steckst, wenn du monatelang auf See bist, dann bist du irgendwie auch ein bisschen traurig, wenn es vorbei ist." Das Schlusswort hatte Torben Grael, der große Sieger des Volvo Ocean Race 2008/2009: „Wir sind stolz und glücklich. Wir hatten ein fantastisches Team und eine fantastische Zeit. Einige an Bord kannte ich vorher gar nicht, jetzt nach über vier Monaten auf See sind es Freunde. Doch jetzt geht jeder erst einmal wieder seine eigenen Wege."
St. Petersburg war ein würdiger Schlusspunkt unter ein grandioses Rennen. Bei der großen, ab-schließenden Siegerehrung standen die drei Top-Teams des Gesamtklassements, Ericsson 4, Puma Ocean Racing und Telefónica Blue, gemeinsam auf dem Siegerpodest und ließen sich von den begeisterten Zuschauern feiern. Den Abschluss des Volvo Ocean Race 2008/2009 bildet am Montagabend ein großes, gemeinsames Dinner. Danach geht es für die Teilnehmer nach Hause - natürlich auf ihren Booten.
Ergebnis der 10. und letzten Etappe
1. Telefónica Black 8 Punkte
2. Puma 7 Punkte
3. Telefónica Blue 6 Punkte
4. Ericsson 3 5 Punkte
5. Ericsson 4 4 Punkte
6. Green Dragon 3 Punkte
7. Delta Lloyd 2 Punkte
Gesamtwertung und Endstand:1. Telefónica Black 114,5 Punkte 2. Puma 105,5 Punkte 3. Telefónica Blue 98,0 Punkte 4. Ericsson 3 78,5 Punkte 5. Green Dragon 67,0 Punkte 6. Telefónica Black 58,0 Punkte 7. Delta Lloyd 41,5 Punkte 8. Team Russia 10,5 Punkte Die dritte Auflage des Volvo Ocean Race führte die Teams in neun Monaten über insgesamt 37.000 Kilometer rund um den Globus. Elf Häfen in zehn Ländern und auf fünf Kontinenten wurden dabei angelaufen, zusätzlich fanden in sieben Städten Hafenrennen statt.



