News Maritime Forschung - Neuer Tiefsee-Roboter am IFM-GEOMAR: Vorstellung des ROV PHOCA am 14. Januar 2011
Die Tiefsee ist für Menschen genauso lebensfeindlich und schwer zugänglich wie der Weltraum. Um sie zu erforschen nutzen Wissenschaftler entweder bemannte Tauchboote..
.. oder ferngesteuerte Roboter, die gleichsam als Augen und Hände der Forscher am Meeresboden agieren.
Das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) verfügte dafür bisher mit dem autonomen Unterwasserfahrzeug ABYSS, dem bemannten Tauchboot JAGO und dem ferngesteuerten Tiefseeroboter ROV KIEL 6000 über drei solcher Geräte.
Jetzt erweitert das mittelgroße ROV (Remotely Operated Vehicle) PHOCA die Kapazitäten für die Tiefseeforschung am IFM-GEOMAR noch einmal erheblich. Damit verfügt das Institut jetzt über zwei ferngesteuerte Tauchroboter mit sogenannter „work class“ Klassifizierung.
Das ROV PHOCA ist ein mittelgroßer Arbeitsroboter mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen, der in Wassertiefen von bis zu 3000 Metern einsetzbar ist.
Ein wesentlicher Vorteil des ROV PHOCA ist, dass es auch von den mittelgroßen Schiffen des IFM-GEOMAR, POSEIDON und ALKOR, aus eingesetzt werden kann. Damit können die Tauchroboter des IFM-GEOMAR nun 95% des Ozeans abdecken.
Das mit Steuercontainer, Winde und Kabel rund 1,2 Millionen Euro teure Gerät wird zunächst vor allem für den Aufbau und Wartung des modularen multidisziplinären Meeresboden-Observatoriums MoLab eingesetzt werden.
Dieses neuartige Beobachtungssystem für die Tiefsee, das über Monate hinweg auf mehreren Quadratkilometern Meeresboden verschiedene biologische, physikalische, chemische und geologische Parameter synchron messen kann, wird derzeit am IFM-GEOMAR entwickelt und z.T. mit Unternehmen aus Schleswig-Holstein gebaut.




