Event News - Hanse Sail- Regattakurs für Traditionssegler geht in nördliche Richtung
Regattakurs für Traditionssegler geht in nördliche Richtung Heute punkt 12 startet westlich des Warnemünder Leuchtturms die traditionelle Regatta der Traditionssegelschiffe.
*Windstärke 5 aus West ist vorausgesagt. Das heißt, die Reise geht etwa fünf Seemeilen in nördliche Richtung bis zur orangefarbenen Regattatonne und zurück“, blickt Regattaleiter Uwe Jahnke voraus. In den heutigen frühen Morgenstunden wird in der Steuermannsbesprechung der ganz aktuelle Kurs abgesteckt. Je nach Größe und Schiffstyp starten die Schiffe in vier Klassen, den rahgetakelten Traditionsseglern, den Schonern und Galeassen, Einmastern oder Yachten. Bereits gemeldet sind drei Schiffe aus Holland: Neben dem Clipper *Stad Amsterdam“ (76 m), auch die Barkentine *Thalassa“ (47 m), der Klipper *Stella Maris“ (32 m) und die schwedische Brigantine *Baltic Beauty“, die oft zu den schnellsten Regattaseglern gehörte.
Foto: Der holländische Skipper Wim Spaargaren (Mitte) und Miss Hanse Sail 2007 (li.) beim Captain's Reception. Foto: Lutz Zimmermann
Mitsegeln ist beliebt wie eh und je
Auch in diesem Jahr ist das Mitsegeln der große Renner. Mandy Schultz, Leiterin der Buchungszentrale: *Wir sind erfreut über die Zahl jener, die sich das Erlebnis auf See gönnen. 1053 Buchungen sprechen bisher eine deutliche Sprache. Für die Hanse Sail 2008 wurde vielfach kurzfristig gebucht.“ Freie Plätze können noch auf dem 3-Mast-Schoner *Minerva“ erworben werden, den beiden Gaffelketschen *Saelöer“ und *Alexa“, dem Logger *Marie Galante“ sowie dem Plattbodenschiff *Fortuna“. Wer es historisch und besonders gemütlich mag, dem stehen Plätze am Samstag und Sonntag auf dem 100jährigen Raddampfer *Freya“ zur Verfügung. 54 € kostet die Große Feuerwerksfahrt (19.30-24 Uhr) am Sonnabend, 49 € müssen für die Brunchfahrt (9-13 Uhr) gezahlt werden. Ein reichhaltiges Buffet an Bord ist inklusive.
So schnell in Rostock wie nie: Der Wind trieb die *V Symphony“ voran So schnell war Wim Spaargaren noch nie in Rostock: Von Karlskrona über die Ostsee in nur 27 Stunden. In anderen Jahren hat der 68-jährige Skipper aus Holland sieben bis zehn Stunden mehr gebraucht. Am Dienstagabend war er in der südschwedischen Hafenstadt gestartet und hat 2008 als einziger die Distanz der Hiortenregatta *in einem Ritt“ bezwungen. Der richtige Wind aus Nordwest und Südost trieb die *V Symphony“ voran. Mit seiner kleinen Yacht aus Den Helder war er auch in den vergangenen fünf Jahren dabei. Von Mai bis September ist das zehn Meter lange Schiff quasi sein Zuhause, wenn er auf Ost- und Nordsee von Hafenfest zu Hafenfest segelt.
Erst vor 20 Jahren hat Spaargaren das Segeln gelernt. Nach einem schweren Unfall vor 30 Jahren, bei dem er ein halbes Bein verlor, hat er sehr mühsam das Laufen gelernt. Die 18. Hanse Sail ist seine erste, die er nicht mit dem Rollstuhl besucht. Auf See ist er beweglicher, lernte das Segel-Einmaleins auf einem Laser, hat seit Jahren alle wichtigen Segelscheine in der Tasche und inzwischen auch die nötige Erfahrung. Sein knapp 50 Jahre altes Schiff hat der Betriebsschlosser mit den eigenen Händen wieder aufgebaut, erneuert, gebastelt, probiert, bis die *V Symphony“ nicht mehr bei jeder Regatta das Schlusslicht ist.
Bernt Lüchtenborg: Von Cuxhaven zweimal um die Welt nach Rostock Am Donnerstag ist das Expeditionsschiff SY *Horizons“ im Rostocker Stadthafen eingelaufen. Der Weltumsegler Bernt Lüchtenborg ist nach Rostock gekommen, um sein Projekt *sail2horizons“ vorzustellen. Er möchte mit seiner für 2009 geplanten doppelten Weltumseglung Zeichen setzen und die Öffentlichkeit aufrütteln. *sail2horizons“ ist für ihn nicht nur eine sportliche Herausforderung. Sie ist in erster Linie ein Projekt, auf die dramatischen Klimaveränderungen aufmerksam zu machen und gleichzeitig benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Lüchtenborg freut sich besonders auf Rostock und die Möglichkeit, im Rahmen der Hanse Sail sein Projekt einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen. Im Jahre 2010 soll die doppelte Weltumseglung vielleicht sogar zur Hanse Sail in Rostock ihr glückliches und erfolgreiches Ende finden. Bernt Lüchtenborg wird am Samstag die Ausfahrt der Traditionssegler nach Warnemünde anführen.
(Projekt *sail2horizons“, das sind 65.000 Seemeilen, 2 x nonstop um die Welt. Start ist 2009 in Cuxhaven. Durch die Seegebiete Nordsee - Ärmelkanal - Nordatlantik - Äquator - Kap der Guten Hoffnung - Indischer Ozean - Kerguelen - Südspitze Tasmanien - Snares Islands (Südspitze Neuseelands) - Südpolarmeer - Kap Hoorn - Südatlantik - Äquator - Gran Canaria. Hier wird gewendet und gegen die vorherrschenden Winde und überwiegend auf einer Route im antarktischen Winter zurück nach Cuxhaven bis zur Hanse Sail Rostock gesegelt. Während seiner doppelten Weltumseglung wird sich Lüchtenborg auf See mit deutschen Forschungsschiffen treffen und Daten und Proben austauschen.)
Trocken schwimmen im Tauchcontainer am Museumshafen Unter dem Motto *Trocken durch die Warnow? Tauchen oder Tunnel?“ bietet die Warnowquerung GmbH & Co. KG täglich von 10 bis 20 Uhr einen Tauch-Schnupperkurs an. An der Kaikante des Museumshafens hat der Betreiber des Warnowtunnels einen Tauchcontainer aufstellen lassen. Nach dem schwierigen Einstieg in den Taucheranzug und einer kurzen Einweisung können Neugierige ab zehn Jahre erste Unterwasser-Erfahrung sammeln. Unter der Aufsicht professioneller Tauchlehrer von Mikes Dive Service kann bis zu einer halben Stunde trocken im kühlen Nass geschwommen werden. Bereits zum vierten Mal steht der Tauchcontainer auf der Hanse Sail. *Die Idee fand stets großen Anklang“, berichtet der Marketingleiter der Warnowquerung GmbH Jörn Anders. *Im letzten Jahr wagten sich an einem Tag 70 Mutige ins Wasser, das war Rekord.“ Der älteste Taucher war bis jetzt 71 Jahre alt. Direkt im Anschluss hat er sich für einen Tauchkurs angemeldet.
Sail-Kracher: 9. Rostocker Kanonier- und Böllertreffen Das Kanonenbiwak am 9. und 10. August am Gehlsdorfer Ufer ist mittlerweile ein bundesweites Treffen von Traditionsvereinen mit ihren Kanonen und Uniformen und schon im lautlosen Zustand eine Sehenswürdigkeit. 21 Vereine und Böllergruppen aus ganz Deutschland mit 120 Kanonieren nehmen an dem Treffen teil. 36 Kanonen, deren größte der Bremer Schützenverein mitführt und ein Kaliber von beachtlichen 150 Millimetern aufweist, haben am Gehlsdorfer Ufer der Warnow Stellung bezogen und begleiten die 18. Hanse Sail in traditioneller Weise mit Böllerschüssen und Salut. *Sogar eine Taufe wird in diesem Jahr hier vorgenommen“, so Manfred König, Stückmeister der Schützengesellschaft *Concordia“, *denn eine Kanone des Schützenvereins Hitzacker an der Elbe ist bislang namenlos“. Und vermutlich wird es einen Extraböller geben: Der mit 168 Mitgliedern stärkste Schützenverein der Hansestadt Rostock, die Schützengesellschaft *Concordia“ von 1848 e.V. wird 160.



