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4.2.2012 : 15:38 : +0100



Artenschutz News - Greenpeace-Aktivisten stoppen riskante Oelbohrung vor Groenland

Artenschutz Nachrichten Maritim: Vier Aktivisten von Greenpeace ist es heute morgen gelungen, auf eine Oelplattform in der Arktis vor Groenland zu klettern und damit die dort stattfindende Probebohrung zu stoppen

Greenpeace

Groenland/Berlin, 31. 8. 2010 - Die Aktivisten waren zuvor mit Schlauchbooten zur Plattform gefahren. Der Grund fuer die Aktion: Die schottische Betreiberfirma Cairn Energy der Plattform STENA DON plant mehrere Oel-Bohrungen in den oekologisch sensiblen arktischen Gewaessern. Die daenische Marine ist mit der Fregatte HDMS Vaedderen vor Ort, beobachtet die Aktion der Umweltschuetzer und ist bislang nicht eingeschritten. Seit rund einer Woche liegt das Greenpeace-Flaggschiff  im so genannten  (Eisberg-Passage) zwischen zwei Bohrplaetzen von Cairn Energy. Mehr als 30 internationale Umweltschuetzer sind an Bord, darunter auch mehrere Deutsche.

Zeitgleich demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute auch in Berlin vor dem Brandenburger Tor gegen die Plaene der Oelindustrie. Greenpeace fordert einen weltweiten Stopp fuer geplante Tiefsee-Bohrungen.

"Die Ausbeutung der Tiefsee geschieht hier in skrupelloser Wildwestmanier", sagt Christoph Lieven, Oel-Experte von Greenpeace Deutschland. "Ohne Bohr-Erfahrungen in arktischen Gewaessern wird hier im Meeresboden herumgestochert. Fuer moegliche Unfaelle ist keine ausreichende Vorsorge getroffen worden. Notfallplaene, sofern sie existieren, werden von der Oel-Firma geheim gehalten."

Nach den Vergaben von Bohrlizenzen an Cairn Energy verlangen nun weitere Konzerne Zugang zu dem vor Groenland vermuteten Erdoel. Darunter die US-Konzerne Exxon und Chevron. Den Oel-Boom in der Arktis schaetzen Experten jedoch als besonders umweltschaedlich ein: Austretendes Oel kann sich in kalten Gewaessern kaum zersetzen. Sollte es - wie unter der BP-Plattform im Golf von Mexiko- zu einem Leck an der Quelle kommen, besteht unter dicken Eisdecken im arktischen Winter zudem keine Moeglichkeit zur Eindaemmung einer Oelpest.
"Gruende zur Sorge um die oekologisch hoch sensible Arktis gibt es reichlich", sagt Lieven. "Groenlands Ureinwohner, die Inuit, befuerchten die Zerstoerung ihrer traditionellen Fischgruende. Die Oelbohrungen bedrohen zudem den Lebensraum von Blauwalen und Narwalen, Polarbaeren, Robben und Zugvoegeln. Dass die groenlaendische und daenische Regierung diese Bohrungen ueberhaupt genehmigt hat, ist ein Skandal."

Chronische Meeres-Verschmutzungen durch Tiefsee-Foerderungen sind bereits durch den alltaeglichen Betrieb und kleinere Unfaelle die Regel. Greenpeace hatte im Sommer zahlreiche Oelteppiche um Bohrplattformen dokumentiert. Die Plattformen foerdern ein Gemisch aus Oel, Gas und Wasser. Das Wasser wird vom Oel getrennt und als so genanntes Produktionswasser ins Meer geleitet.

Es enthaelt Restmengen an Oel. Schadstoffe aus dem Oel koennen in die Nahrungskette gelangen und sich beispielsweise in Muscheln, Fischen und Meeressaeugern anreichern. Jedes Jahr fließen so rund 13 Millionen Liter Oel in die Nordsee und den Nordost-Atlantik.

Von: Greenpeace an Divers-Travel-Guide.com

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31.08.2010 17:14 Alter: 1 Jahre