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9.9.2010 : 6:49 : +0200

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Artenschutz News - Ende des "Wissenschaftlichen Walfangs" gefordert

Anlässlich der am Montag beginnenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira, fordert die Umweltschutzorganisation WWF ein Ende des sogenannten

"Wissenschaftlichen Walfangs".

In 2008 weltweit über 1500 Wale erlegt. IWC-Konferenz 2009: WWF kritisiert Stimmenkauf durch Japan.

Nach Angaben der  Umweltschutzorganisation erlegte die japanische Walfangflotte im  vergangenen Jahr unter fadenscheinigem, wissenschaftlichem Vorwand  über 900 Wale, darunter auch bedrohte Arten wie Sei- und Finnwale.

"Viele Walpopulationen stehen als Folge der intensiven Bejagung  der vergangenen zwei Jahrhunderte noch immer am Abgrund. Ihr  Überlebenskampf wird durch den unnötigen Anachronismus des  wissenschaftlichen Walfangs nur noch weiter verschärft", warnt
WWF-Experte Volker Homes.

Wer die Meeressäugetiere studieren und  wirklich wissenschaftlich untersuchen wolle, der müsse sie nicht  töten. Ingesamt wurden in der vergangenen Jagdsaison von Norwegen,  Island und Japan über 1500 Wale erlegt, obwohl es seit 1986 einen  weltweiten Fangstopp (Moratorium) auf alle Großwalarten gibt. Hinzu  kommen jedes Jahr hunderttausende Delphine, Tümmler und Wale, die in  Fischernetzen ertrinken oder bei Schiffskollisionen ums Leben kommen.

Auch die Folgen des Klimawandels setzen einigen Walarten zu, da sie  durch eine globale Erwärmung ihre polaren Lebensräume und  Rückzugsgebiete zu verlieren drohen.

Der WWF kritisiert, dass bereits seit vielen Jahren auf den  Tagungen der IWC hauptsächlich um Mehrheiten geschachert wird. Dabei  haben die Walfangbefürworter in der Vergangenheit an Rückhalt  gewonnen. Allerdings hat Japan bereits vor einigen Jahren öffentlich  zugegeben, Entwicklungsländern Geld zu bieten, damit sie in die IWC  eintreten und dort im Sinne des Walfangs stimmen, obwohl sie daran  eigentlich nicht interessiert sind. Inzwischen haben Gegner und  Befürworter einen nahezu identischen Stimmenanteil.

"Die inhaltliche  Arbeit ist in den letzten Jahren durch die Pattsituation in der IWC
fast vollständig zum Erliegen gekommen", kritisiert Volker Homes.

"Die Ächtung des wissenschaftlichen Walfangs wurde durch die  gekauften Stimmen bisher stets verhindert."

Der WWF fordert neben einem Ende des sogenannten  wissenschaftlichen Walfangs ein Verbot der Waljagd in  Meeresschutzgebieten, wie etwa der Südpolarregion. Außerdem dürften keine bedrohten Arten mehr erlegt werden. "Die Bundesregierung muss
sich für eine Reform der IWC einsetzen und sich darum bemühen,  Lösungen für die Probleme der Wale und Delphine zu finden", fordert  Volker Homes.

Von: WWF an Divers Travel Guide

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21.06.2009 10:00 Alter: 1 Jahre