Artenschutz Nachrichten - Walfangkonferenz: Walfangländer leugnen Giftigkeit von Walfleisch
Auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Madeira standen heute die Walfangländer in der Kritik, die Konsumenten von Walprodukten erheblichen Gesundheitsrisiken auszusetzen.
Gesundheitsschäden durch toxisches Walfleisch werden zum Politikum
Madeira/Wädenswil, 24. Juni 2009: So wurden die dänischen Färöer-Inseln zur Rede gestellt, wo trotz Warnung der eigenen Gesundheitsbehörden in diesem Jahr bereits zwei Grindwal-Jagden stattfanden. Die Artenschutzorganisationen OceanCare und Pro Wildlife begrüssen dies als Teilerfolg, um die Nachfrage nach Walfleisch und damit die Jagd auf die Meeressäuger zu verringern. Japan leugnete heute jegliche Belastung von japanischem Walfleisch – sogar den eigenen wissenschaftlichen Ergebnissen zum Trotz.
Konferenz ohne Beschlüsse
„Das einzige, was die IWC bisher beschlossen hat, ist, so gut wie keine Beschlüsse zu fassen“, berichtet Sigrid Lüber, die für OceanCare an der Konferenz teilnimmt. Nur bei unstrittigen Themen sollte, ganz dem Wunsch Japans entsprechend, diskutiert werden. „Das ist schon ein einmaliger Vorgang, der zeigt, wie sehr Japan die IWC am Gängelband führt“.
Walfangländern gehen die Argumente aus
Umso erfreuter zeigten sich die Walschützer, dass die Gesundheitsrisiken für Walfleischkonsumenten, die wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind, einen so grossen Raum in den diesjährigen Diskussionen einnahmen: „Auf der Walfangtagung ernteten die Walfangländer heute Kritik dafür, dass Konsumenten durch belastetes Walfleisch regelrecht vergiftet werden“, berichtet Dr. Sandra Alther für Pro Wildlife von der Konferenz. Und ergänzt: „Japan behauptete heute wörtlich, das Fleisch aus dem Wissenschaftswalfang sei unbelastet – doch die eigenen Wissenschaftler überführen sie der Lüge.“ Aus Sicht der beiden Verbände ist es auch ein wichtiger Schritt, dass einige Länder eine stärkere Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation WHO gefordert hatten.
Weckruf für Walfleischkonsumenten
OceanCare und Pro Wildlife hatten zum Auftakt der Tagung mit ihrem Bericht „Toxic Menu“ einen Überblick gegeben, wie hoch die Giftstoffwerte im Fleisch von Walen und Delphinen weltweit sind und wie wenig die Regierungen in den Walfangländern tun, um die Konsumenten zu schützen. „Unser Bericht hat einige Länder aufgerüttelt, dieses wichtige Thema hier anzusprechen. Für die Walfangländer wird es immer schwieriger, dieses Problem zu ignorieren“, betont Lüber. „Auch wenn die IWC aus Rücksichtnahme auf Verhandlungen um ein umstrittenes Kompromisspaket in diesem Jahr keine formellen Resolutionen beschliessen will, ist die heutige Kritik an dem mangelnden Verbraucherschutz in den Walfangländern ein wichtiges Ergebnis der diesjährigen IWC-Tagung.“ Dies ist eine Basis, um in anderen Foren wie der WHO und bei den Verbraucherschutzverbänden in den Walfangländern anknüpfen zu können. „Unser Ziel ist es, die Nachfrage nach Walfleisch zu reduzieren. Nur so können wir die Jagd auf Wale und Delphine bekämpfen“, so das Credo von OceanCare und Pro Wildlife. „Die heutigen Verhandlungen sind hierbei ein wichtiger Etappenerfolg.“




