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22.9.2017 : 10:01 : +0200



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Barotrauma - Tauchkrankheiten - Taucher Erkrankungen

Allgemeine Informationen zu Grundlagen des Tauchen und Taucherkrankheiten beim Onlinemagazin Divers Travel Guide - Tauchpresse

Unter Barotraumen, sprachlich präziser Barotraumata, versteht man Erkrankungen bzw. Verletzungen, die auf Grund von Druckunterschieden zwischen Geweben oder Organen untereinander und/oder dem Außenraum zustande kommen.

Barotraumen des Mittelohrs

Das Mittelohr ist luftgefüllt, darin sind drei Gehörknöchelchen gelagert: der Hammer , der Amboß und der Steigbügel . Es ist über die Eustachische Röhre mit dem Nasenrachenraum verbunden. Zum Außenohr wird es durch das Trommelfell begrenzt, zum Innenohr durch das runde und ovale Fenster.

Vor dem Abtauchen herrscht im Mittelohr der Oberflächendruck von 1 bar. Während mit zunehmender Tiefe im übrigen Körper - vor allem in der Lunge und dem Nasenrachenraum - über den Lungenautomaten der jeweilige Umgebungsdruck herrscht, bleibt der Druck im Mittelohr auf dem Niveau des Oberflächendrucks.

Es ist daher bereits nach 2 - 3 m Wassertiefe ein Druckausgleich über die Eustachische Röhre herbeizuführen. Dies geschieht durch Zudrücken der Nase und leichtes Luftpressen dagegen. Der erfolgte Druckausgleich dabei ist gut merkbar und sogar hörbar.

Sollte ein Druckausgleich, z.B. wegen einer Erkältung oder gar anlagebedingter Verklebungen oder Schwellungen im Bereich der Eustachischen Röhre, nicht möglich sein, ist der Tauchgang abzubrechen.

Wenn die Hohlräume unseres Körpers wie das Mittelohr und die Nasennebenhöhlen verstopft sind, kann es dazu führen, dass ein Druckausgleich nicht mehr erfolgt.

Es kommt zum Barotrauma. Ein tauchtypisches Barotrauma entsteht, wenn ein Druckausgleich nicht erfolgen kann, weil gasgefüllte Körperhohlräume beim Ab- bzw. Auftauchen verschlossen sind.

Insbesondere geschieht, wenn Schwellungen der Nasen-Rachen-Schleimhäute und in der Eustachischen Röhre den Gasfluss in und aus den Höhlen verhindern, wie es häufig beim Tauchen mit Schnupfen oder Nebenhöhlenentzündungen der Fall ist.

Auf keinem Fall dürfen abschwellende Mittel verwendet werden. Die Wirkung dieser Mittel lässt möglicherweise ein problemloses Abtauchen zu, da aber ihre Wirkung mit der Zeit nachlässt, kann es beim Auftauchen zu schwerwiegenden Problemen kommen.

Symptome

An den Ohren: Bleibt der Druckausgleich aus, kann das Trommelfell reißen und Wasser eindringen.

Der Verlust des Gleichgewichtssinnes kann den Verlust der Orientierung und weitere Folgen nach sich ziehen.

-  starker Schmerz
-  stechender Schmerz, der nach dem Reißen des Trommelfells plötzlich nachlässt
-  Hörschäden
-  Blutungen aus dem Ohr
-  Mittelohrentzündungen
-  Drehschwindel
-  Übelkeit, Erbrechen
-  Orientierungsverlust

Therapie

Die Therapie eingetretener Schäden besteht in der Hauptsache darin:

-  auf keinen Fall mehr ins Wasser zu gehen oder einen weiteren Tauchversuch unternehmen
-  das Ohr trocken zu halten
-  einen HNO-Facharzt aufsuchen

Barotrauma des Innenohrs

Das Innenohr besteht aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Leitungssystem, das gegliedert ist in die in drei Ebenen stehenden Bogengänge des Gleichgewichtsorgans sowie die Gehörschnecke mit ihren empfindlichen Haarzellen und Nerven. Eine Schädigung des Innenohrs hat daher besonders starke Folgen für Gleichgewicht und Hörvermögen.

Obwohl sich im Innenohr keine Luft befindet, kann es über eine starke Druckwelle, z.B. beim Platzen des Trommelfells, über das ovale oder runde Fenster, den Verbindungen zum Mittelohr, zu Schädigungen verschiedener Stärke kommen, bis hin zum Auslaufen der Innenohrflüssigkeit.

Symptome

-  Schwindel, Kopfschmerzen
-  Brechreiz, Übelkeit
-  Tinnitus
-  Blutungen
-  Hörverlust
-  Orientierungsverlust

Therapie

Innenohrtraumen bedürfen einer Therapie durch einen Facharzt. Vorher ist Bettruhe mit Hochlagerung des Kopfes , notfalls eine Einweisung in ein Krankenhaus erforderlich.

Prophylaxe

Beim Auftreten der oben genannten Symptome sofortiger Abbruch des Tauchgangs.
Häufiger Druckausgleich des Mittelohrs beim Tauchen.

Barotraumen der Nasennebenhöhlen

In den Nasennebenhöhlen, also der Stirnhöhle, den Kieferhöhlen, den Siebbeinzellen oder der Keilbeinhöhle befindet sich Luft, die über Öffnungen mit dem Nasenrachenraum in Verbindung stehen.

Ein Druckausgleich findet von selbst oder beim Druckausgleich für das Mittelohr statt. Bei entzündlichen Prozessen, wie Erkältungskrankheiten, können die meist relativ kurzen und dicken Verbindungswege durch eine Schwellung der Schleimhäute schlecht durchlässig oder fast völlig undurchlässig werden, was einen Druckausgleich verhindern bzw. erschweren kann.

Von einem Tauchgang abzusehen.

Barotrauma der Lunge

Ein Barotrauma der Lunge entsteht in der Regel durch ein zu schnelles Auftauchen ohne entsprechenden Druckausgleich über den Lungenautomaten; oder aber - falls der Lungenautomat außer Funktion ist (Flasche leer, defekt) - dadurch, dass die Luft beim Auftauchen nicht allmählich abgegeben wird.