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22.6.2017 : 16:24 : +0200

PADI

ERKLÄRUNG ZUM GESUNDHEITSZUSTAND (pdf)



Tauchunfall - Lebensrettende Sofortmassnahmen

Tauchunfall, Tauchrettung, Lebensrettung, Erste Hilfe bei Tauchunfällen

Eine Rettungskette beginnt bereits vor dem Tauchgang mit der gründlichen Vorbereitung. Dazu gehört, sich Informationen zum Tauchgebiet zu beschaffen, wichtige Telefonnummern parat zu haben und sich zu erkundigen, ob Sauerstoff vorhanden ist!

Ist bereits ein Notfall eingetreten ist es wichtig alle diese Maßnahmen sinnvoll zu koordinieren. Hierzu wird üblicherweise das Bild einer Kette verwendet die aus fünf Gliedern besteht:

    Sofortmaßnahmen
    Notruf
    Erste Hilfe
    Rettungsdienst
    Krankenhaus

Zu den Sofortmaßnahmen zählen nicht nur das Retten eines Verletzten aus einer Gefahrenzone sondern auch das Sichern einer Unfallstelle und natürlich die Eigensicherung.

Aber auch ein Bereich der oft zu selten erwähnt wird muss beachtet werden: die psychologische Betreuung! Das Wichtigste in einer akuten Notfallsituation ist auf den Betroffenen beruhigend einzuwirken und ggf. körperlichen Kontakt zu ihm aufzubauen, wie z.B. die Hand auf die Schulter zu legen.

 
Der Notruf

Nahezu jeder hat heutzutage von den fünf W´s gehört. Aber wer bekommt sie auf Anhieb zusammen? Bei den fünf W´s handelt es sich um die zentralen Fragen die man bereits vor dem Notruf in Erfahrung gebracht haben sollte:

Wo ist der Notfall?

Was für ein Notfall liegt vor?

Wie viele Verletzte gibt es?

Welche Art von Verletzungen haben die Betroffenen?

Warten auf eventuelle Rückfragen.

 

Wenn man die fünf Ws beherrscht, ist es gut sie zu verwenden. Man darf sich aber auf keinen Fall dadurch unter Druck setzen lassen und es darf niemals dazu führen, dass jemand aus Unsicherheit nicht den Notruf alarmiert! In den Rettungsleitstellen sitzen Menschen, die gelernt haben pro­fessionell mit Notrufsituationen umzugehen. Auch und vor allem wenn jemand „kopflos“ anrufen sollte.

Deshalb: im Notfall immer den Notruf alarmieren auch dann, wenn man nicht genau weiß, was man sagen soll.

Glücklicherweise gibt es heute fast überall auf der Welt eine einheitlich Notrufnummer,

diese ist: 112

Allerdings nur fast. Vor allem wenn man entle­gene Regionen der Welt bereist sollte man sich vorher informieren, welche Möglichkeiten be­stehen, Hilfe anzufordern.

Interessant ist, dass heutzutage nahezu alle Handys diese Notrufnummer „kennen“. So verbirgt sich hinter dem Begriff „Notruf“, der bei einigen Mobiltelefonen beim Einschalten zu sehen ist die „112“, man kann diese Nummer auch an Stelle der Geheimzahl eingeben und auf „Wählen“ drücken und man kann diese Nummer auch wählen, obwohl die Tastensperre eingeschaltet ist.

 
Wann sollte der Notruf abgesetzt werden?

Bei bewusstlosen Erwachsenen sollen Helfer zuerst den Rettungsdienst alarmieren (las­sen) und danach mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Ausnahme hiervon stellen Kinder, Ertrinkungsopfer und Drogenpatienten dar, wo die Reani­mation sofort beginnen muss und dann der Notruf schnellstmög­lich abgesetzt werden soll.

 

Unter lebensrettenden Sofortmaßnahmen versteht man die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, wenn ein Mensch offen­sichtlich leblos ist. Hierzu gehören Sofortmaßnahmen wie sichern der Unfallstelle, wenn nötig der Notruf, die Prüfung der Lebenszeichen (=Vitalfunktionen) und die daraus folgenden Maßnahmen wie stabile Seitenlage und Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW).
 
Ist der Betroffene ansprechbar?

Zunächst sollte man dies durch normales Anreden prüfen. Dann lauter werden und es schließlich mit leichten körperlichen Reizen (z.B. Klapse auf die Wange) versuchen.

Ist die Person ansprechbar kann man körperlichen Kontakt aufnehmen, z.B. durch Halten der Hand. Alles weitere führt man nach Notwendigkeit durch, z.B. Blutstillung, Verband oder Schocklagerung.

Ist die Person nicht ansprechbar muss umgehend geprüft werden, ob sie noch atmet.

Atmet der Betroffene?

Die Überprüfung der Atmung geschieht am sinnvollsten, indem man schaut, fühlt und hört. Man hält sein Ohr so über den Mund, dass man gleichzeitig in Richtung Brustkorb schauen kann. Die Hände tastend auf den Brustkorb legen. In dieser Position sollte man mindestens 15 bis 20 Sekunden verharren um sicher zu sein, ob eine Atmung vorliegt oder nicht.

Ist die Atmung vorhanden, dann ist diese Person bewusstlos. In dieser Situation wird eine stabile Seitenlage durchgeführt.

Die stabile Seitenlage dient einzig dazu, einen bewusstlosen Menschen

- in eine Position zu bringen in der er stabil liegen bleibt und

- bei der gesichert ist, dass die Atemwege auch dann frei bleiben, wenn erbrochen wird.

Ist die Atmung nicht vorhanden muss kontrolliert werden, ob irgendwelche offensichtlichen Dinge die Atemwege verstopfen (z.B. ein gelöstes Gebiss). Diese müssen dann entfernt werden. Sind die Atemwege frei, zwei mal Atemspende geben. Bei Verdacht auf spontane Re­aktion bis zu fünf mal. Gleichzeitig schauen, ob das Opfer offensichtliche Lebens­zei­chen hat, wie z.B. Bewegungen der Augen, Finger, der Gliedmaßen oder des Bauches.

Laien sollten auf die Überprüfung des Pulses verzichten, da dies für sie nachweislich sehr schwierig sein kann. Vielmehr sollen sie nach „Lebenszeichen suchen", wie Atmung, Husten oder Bewegung.

Sind Lebenszeichen vorhanden (dieser Fall ist bei einem bereits bestehenden Atemstillstand sehr unwahrscheinlich) wird mit der Atemspende fortgefahren.

Finden sich keine Lebenszeichen muss umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung be­gonnen werden. 

Herz-Lungen-Wiederbelebung


Der Patient muss hierbei auf einer harten Unterlage auf dem Rücken und mit überstreck­tem Kopf gelagert werden. Der Helfer kniet neben dem Brustkorb etwa auf Höhe des Herzens und legt seine Hände auf den sogenannten Druckpunkt. Dieser ist ungefähr das untere Drittel des Brustbeins. Die Drucktiefe bei der Herzdruckmassage sollte ca. 3-5 cm betragen und die Frequenz ca. 100/min.

Dabei wird, egal ob man alleine oder zu zweit reanimiert immer ein Wechsel zwischen Atem­spende und Herzdruckmassage von 2 zu 15 eingehalten.